Sie sind hier:

IPCC-Sonderbericht - Erderwärmung steigt - Raubbau beispiellos

Datum:

Die Lufttemperatur auf der Erde ist seit 1850 um 1,53 Grad gestiegen. Hinzu kommt ein beispielloser Raubbau an der Erde. Der neue Bericht des Weltklimarats ist eine Warnung.

Seit der vorindustriellen Zeit ist die durchschnittliche Temperatur an Land um 1,53 Grad gestiegen. Der Weltklimarat fordert in seinem Sonderbericht zum Handeln auf.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

In seinem heute in Genf vorgestellten Bericht zeichnet der Weltklimarat IPPC ein düsteres Bild. 195 Experten verschiedener Fachrichtungen haben ein umfassendes Werk zum Zusammenhang zwischen der Landnutzung durch den Menschen und Klimawandel fertiggestellt.

Klimazonen haben sich verschoben

Nach Messungen der Klimaexperten ist die durchschnittliche Lufttemperatur an der Erdoberfläche seit 1850 um 1,53 Grad angestiegen. Die Klimazonen der Erde haben sich polwärts beziehungsweise im Gebirge nach oben verschoben. Zudem ist das Tempo der Inanspruchnahme von Land- und Wasserressourcen in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel.

Rund 72 Prozent der globalen, eisfreien Landfläche werden durch menschliches Handeln beeinflusst. Rund zwei Drittel der Wälder werden bewirtschaftet. Die Klimastabilität auf der Erde sehen die Forscher in großer Gefahr. "Wir müssen die Art und Weise, wie wir Land nutzen, ändern, sodass wir gegen die bereits bestehenden Folgen des Klimawandels besser gewappnet sind", appelliert Rolf Sommer vom WWF, einer der Autoren des Berichts.

Klimasünder Landwirtschaft

Menschliches Handeln hat Folgen. Eine Binsenweisheit, die kaum jemals aktueller war als heute. Denn die wachsende Weltbevölkerung belastet das Ökosystem "Erde" weit über dessen Tragfähigkeit. Zwischen 2007 und 2016 stammten laut IPCC-Bericht 23 Prozent der globalen, vom Menschen gemachten, Treibhausgasemissionen aus der Land- und Forstwirtschaft.

Ein wesentliches Problem stellt der Methanausstoß dar, der vor allem durch die Tierhaltung und den Reisanbau entsteht. Methan ist 25 mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Das durch Stickstoffdüngung und Tierhaltung entstehende Lachgas ist gar 300 mal schädlicher. Erschwerend kommt hinzu, das große Mengen an Futtermitteln aus Ländern kommen,  in denen Regenwälder für den Futtermittelanbau abgeholzt werden.

Christoph Bals, Klimaexperte von German Watch fordert daher: "Weniger Fleisch, weniger Futtermittel, mehr Qualität statt Quantität. Der Ausstieg aus der industriellen Fleischproduktion ist zentral." Der aktuelle Vorstoß von Teilen der SPD und der Opposition, Fleisch mit 19 Prozent Mehrwertsteuer zu belasten statt mit den derzeitigen sieben Prozent, zielt bereits in diese Richtung.

Raubbau an der Natur

Der Raubbau an der Natur zeigt sich vor allem an der Abholzung der Wälder. Laut IPCC-Bericht hat sich die Holzernte seit 1970 um ein Drittel erhöht. Vor allem in den Tropen schreitet die Abholzung voran. Meist um Platz für Soja- und Palmölplantagen zu schaffen. Allerdings werden auch für den wachsenden Bedarf an Bio-Energie immer mehr Anbauflächen gebraucht. Ein Teufelskreis. Denn diese Flächen fehlen zur Produktion von Lebensmitteln für eine wachsende Weltbevölkerung. Am Ende werden weitere Wälder gerodet.

Einher geht ein wachsender Bedarf an Wasser. Der Weltklimarat stellt fest, dass bereits 70 Prozent des Süßwasserverbrauchs auf der Erde für die Bewässerung von Agrarflächen anfallen. Mit verheerenden Folgen für die Wasserreserven, insbesondere angesichts steigender Temperaturen. Immer mehr Brunnen fallen trocken, das Land verödet und die Böden sind schutzlos der Erosion ausgeliefert. Wichtige Anbauflächen gehen für immer verloren.

Andreas Kübler vom Bundesumweltministerium sieht in dem Bericht des Weltklimarates eine klare Botschaft: "Der […] Sonderbericht des Weltklimarats über Klimawandel und Landsysteme offenbart substanzielle Risiken für die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten. Der wissenschaftliche Bericht zeigt, wie sehr der Klimawandel die Ökosysteme zu Land belastet und unterstreicht die Notwendigkeit, stärker als bislang dagegen anzukämpfen".

Rolf Markert ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

So ist die Fläche der Erde verteilt

Was ist der IPCC?

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.