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Nach USA-Besuch - Erdogan kritisiert Haftbefehl gegen Leibwächter

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Die Übergriffe von Erdogans Leibwächtern auf kurdische Demonstranten in Washington haben ein Nachspiel. Die US-Justiz hat Haftbefehl gegen sie erlassen. Während US-Außenminister Tillerson darin ein klares Zeichen gegen Einschüchterung sieht, reagiert Erdogan empört.

Lächeln sieht man ihn selten, seine Wutausbrüche sind berüchtigt: Recep Tayyip Erdogan ist seit 13 Jahren an der Macht – doch über den Privatmann ist wenig bekannt. Wie tickt der türkische Präsident?

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Die US-Justiz hat Haftbefehle gegen zwölf Leibwächter des türkischen Präsidenten erlassen. Ihnen wird vorgeworfen, beim Besuch Recep Tayyip Erdogans in Washington im Mai gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen zu sein, wie der Polizeichef der US-Hauptstadt, Peter Newsham, mitteilte.

Erdogan reagierte empört und kündigte in einer Rede in Ankara einen "politischen und juristischen Kampf" gegen die Haftbefehle an. Er warf den amerikanischen Sicherheitskräften vor, ihn nicht beschützt zu haben. Bei den nur 40 bis 50 Meter entfernten Demonstranten habe es sich um Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gehandelt. "Was ist das für ein Gesetz?", fragte er beim Fastenbrechen in Ankara. "Wenn sie (die Leibwächter) mich nicht beschützen, warum sollte ich sie mit nach Amerika nehmen?"

Tillerson begrüßt Haftbefehle ausdrücklich

Der US-Botschafter in Ankara wurde zu einem Gespräch ins türkische Außenministerium geladen. Dem Diplomaten sei dabei übermittelt worden, dass die Aktion der US-Behörden falsch und parteiisch sei und dass die rechtliche Grundlage dafür fehle.

US-Außenminister Rex Tillerson hat die Haftbefehle der US-Polizei gegen mehrere Leibwächter des türkischen Präsidenten dagegen ausdrücklich begrüßt. Diese sendeten ein "klares Zeichen, dass die Vereinigten Staaten keine Personen tolerieren, die Einschüchterung und Gewalt nutzen, um die Redefreiheit und die Freiheit legitimer politischer Meinungsäußerung zu unterdrücken", teilte Tillerson mit.

Zwölf Menschen verletzt, darunter ein Polizist

Washingtons Polizeichef begründete die Haftbefehle mit dem aggressiven Auftreten der Leibwächter. Sie hätten friedliche kurdische Demonstranten vor der Residenz des türkischen Botschafters "brutal" angegriffen. Die zwölf Leibwächter seien in Videoaufnahmen eindeutig identifiziert worden.

Bei den Zusammenstößen am 16. Mai waren zwölf Menschen verletzt worden, darunter ein Polizist. Die Videoaufnahmen zeigten, dass die Leibwächter selbst auf bereits am Boden liegende Demonstranten weiter einprügelten.

Die Konfrontationen mitten im Stadtzentrum von Washington ereigneten sich, während Erdogan nach seinem Besuch bei US-Präsident Trump im Weißen Haus in der Residenz des Botschafters eintraf.

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