Sie sind hier:

Staatsbesuch in Berlin - Erdogan mit militärischen Ehren begrüßt

Datum:

Militärische Ehren, Staatsbankett, zwei Treffen mit der Kanzlerin: Der Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Erdogan hat offiziell begonnen. Es steht einiges an - auch Proteste.

Recep Tayyip Erdogan zu Besuch in Deutschland: Erdogan und Steinmeier
Bundespräsident Steinmeier empfängt den türkischen Präsidenten Erdogan in Berlin.
Quelle: Reuters

Zum offiziellen Auftakt seines Staatsbesuchs in Deutschland ist der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren empfangen worden. Nach dem Eintrag ins Gästebuch von Schloss Bellevue wollen Steinmeier und Erdogan am Freitag zu einem ersten Gespräch zusammenkommen. Danach steht ein Mittagessen Erdogans mit Kanzlerin Angela Merkel auf dem Programm.

Staatsminister: "Klare Erwartungen" an Treffen

Am Abend hat Steinmeier zu einem feierlichen Staatsbankett ins Schloss Bellevue geladen. Zahlreiche Oppositionspolitiker haben ihre Teilnahme an dem Bankett aus Protest gegen Erdogan abgesagt. Steinmeier selbst hatte überzogene Erwartungen an den Besuch gedämpft und betont, bis zur Normalisierung der deutsch-türkischen Beziehungen sei es noch ein weiter Weg.

Die Erwartungen der Bundesregierung an das Treffen seien "sehr klar", erklärt Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, im ZDF-Morgenmagazin. Erdogan müsse wissen, dass "mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, eine unabhängige Justiz in der Türkei die Voraussetzungen sind für mehr Investitionen". Zudem forderte er die "Freilassung der Deutschen, die aus politischen Gründen inhaftiert sind". Er sei froh, so Roth weiter, dass Erdogan vor dem Treffen "einen völlig anderen Ton" anschlage als noch vor einem Jahr, als der türkische Präsident "auf inakzeptable Weise uns Deutsche beleidigt hat mit Nazi-Vergleichen". Am Ende jedoch zählten "Taten, nicht nur Worte".

Merkel will auch Kritik üben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte an, bei ihrem Treffen auch kritische Themen ansprechen zu wollen. "Die Lage der Menschenrechte ist nicht so, wie ich mir das vorstelle", sagte Merkel am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Augsburg. Wenn es "Kritikwürdiges" gebe, dann werde sie die Kritik auch äußern.

Die Bundeskanzlerin warnte allerdings auch vor einer Destabilisierung der Türkei und verwies auf die Lage in den Nachbarstaaten. Sollte sich die Türkei ähnlich entwickeln, "dann haben wir die Instabilität vor der Haustür. Das kann auf gar keinen Fall unser Interesse sein", sagte Merkel. "Mein Interesse ist, dass wir eine stabile Türkei haben." Eine Unterstützung der Türkei bedeute nicht, "dass wir ökonomische Hilfen geben, aber wir müssen wirtschaftlich zusammenarbeiten", sagte die Bundeskanzlerin.

Zwei Treffen mit der Kanzlerin

Erdogan war bereits am Donnerstag in Deutschland angekommen. Am Freitag trifft er nach dem offiziellen Empfang Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Nachmittag ist zudem eine Zusammenkunft mit führenden deutschen Wirtschaftsvertretern geplant. Am Samstag will Erdogan nochmals Merkel treffen.

Das Programm am Freitag:

  • 9:30 Uhr Begrüßung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
  • 11:30 Uhr Begrüßung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • 12:30 Uhr gemeinsame Pressekonferenz von Merkel und Erdogan
  • 19:30 Uhr Staatsbankett im Schloss Bellevue

Gegenwind für Erdogan

Bei zahlreichen Kundgebungen wollen am Freitag in Berlin tausende Menschen gegen den Staatsbesuch demonstrieren. Allein zu einer Großdemonstration "ErdoganNotWelcome" am Potsdamer Platz erwarten die Veranstalter am Nachmittag rund zehntausend Teilnehmer. Dort und bei verschiedenen anderen Veranstaltungen soll etwa gegen Menschenrechtsverstöße und die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei protestiert werden.

Einige angekündigte Proteste:

  • 11:00 Uhr Demonstration für die Pressefreiheit von Amnesty International und Journalistenverbänden
  • 16:00 Uhr Demonstration des ErdoganNotWelcome-Bündnisses
  • 17:30 Uhr Demonstration Reporter ohne Grenzen
  • 18:00 Uhr Demonstration der alevitischen Gemeinde
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.