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Putin bei Erdogan - Männerbündnis gegen den Westen

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Zwei Tage lang ist Putin zu Gast bei Erdogan. Bei dem Treffen geht es um den Handel und Syrien. Angesichts wachsender Konflikte mit dem Westen rücken Ankara und Moskau zusammen.

Putin zu Gast bei Erdogan
Putin zu Gast bei Erdogan
Quelle: reuters

Es ist ein schwieriges Verhältnis, doch angesichts wachsender Spannungen ist aus den türkisch-russischen Beziehungen ein enges Männerbündnis geworden ist, aus dem beide Partner sehr unterschiedlichen Nutzen ziehen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sucht in Russland einen starken Partner an seiner Seite und der Kreml betont angesichts des Treffens in Ankara die blühenden Handelsbeziehungen und gute regionale Zusammenarbeit mit der Türkei.

Acht Treffen im vergangenen Jahr

Kaum fassbar, dass beide Länder sich noch vor zwei Jahren als feindliche Lager unversöhnlich gegenüber standen, nachdem das türkische Militär über Syrien einen russischen Jagdbomber abgeschossen hatte. Vorbei, alle Differenzen sind beigelegt oder zumindest auf Eis gelegt. Acht Treffen alleine im vergangenen Jahr und jetzt zwei Tage Staatsbesuch in Ankara.

In einer Videoschalte legen Erdogan und Putin heute den Grundstein für die Nuklearanlage Akkuyu, die beide Länder gemeinsam bauen wollen, genauso wie die TurkStream Pipeline, durch die russisches Gas in die Türkei transportiert werden soll. Doch nicht nur energiepolitisch rückt Erdogan sein Land immer näher an Russland. Trotz unterschiedlicher Interessen wollen Türken und Russen ihr Vorgehen in Syrien weiter und besser koordinieren.

Ein nützlicher Freund für Putin

Dazu soll auch der Dreiergipfel mit Irans Präsident Hassan Rohani dienen, der am Mittwoch in Ankara stattfindet. Als Garantiemächte versuchen die drei Staaten bereits seit vergangenem Jahr gemeinsame Politik in Syrien zu machen. Doch ganz einfach ist das nicht.

Während Russland der wichtigste militärische Verbündete des syrischen Machthabers Assad ist, geht die Türkei in offene Konfrontation: Mit der Offensive des türkischen Militärs in Afrin hat Ankara die Kontrolle über eine wichtige Provinz im Norden Syriens übernommen und ist damit viel weiter als ursprünglich zur Kriegspartei geworden. Liegt das im Interesse Putins? Es gibt Experten, die vermuten, dass Russland Gründe dafür hat. Möglicherweise könnte die in Not geratenen Kurden sich jetzt wieder an Assad wenden - was die Rolle des syrischen Machthabers weiter stärken würde.

Klar ist: Russland wertet in Syrien seine internationale Rolle immer weiter auf, während die Türkei handfeste Sicherheitsinteressen im syrisch-türkischen Grenzgebiet hat, die vor allem darin liegen, die kurdische YPG zu vertreiben. Viel mehr als in Syrien braucht Wladimir Putin seinen türkischen Amtskollegen als Bündnispartner gegen den Westen. Vor allem in dem wachsenden Konflikt mit Europa, aber auch gegenüber den USA ist das NATO-Mitglied Türkei für den russischen Präsidenten ein nützlicher Freund. Auch das hat man in der Türkei verstanden.

Erdogan orientiert sich an Putin

"Alles, was Russland tut, muss man immer im Lichte der globalen Lage sehen, im Lichte des Wettkampfes zwischen USA und Russland. Die Syrienpolitik Russlands ist vor dem Hintergrund dieses Wettlaufs zu sehen", sagt der türkische Außenpolitik-Experte Ahmet Kasim Han.

Und Recep Tayyip Erdogan? Der türkische Präsident scheint sich auch persönlich in Zukunft weiter an dem autoritär regierenden russischen Präsidenten und dessen politischem Stil zu orientieren. Vor allem seit dem Putschversuch im Jahr 2016 sieht Erdogan in Europa mehr einen unliebsamen Kritiker denn einen Partner.  Das türkisch-russische Männerbündnis dürfte heute an Stabilität gewinnen.

Resultate in der Syrien-Frage erwarten türkische Experten kaum. "Iran ist ein zurückhaltender Beobachter, der auch immer einmal wieder Einspruch einlegte. Und die Russen? Ja, die Russen sind der Chef in Syrien", so Han weiter. "Wer etwas machen kann, wo die Grenzen dafür liegen - das entscheiden die Russen, auch für die Türkei."

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