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Deutliche Wahlverluste - SPD und Union stürzen ab

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Große Verluste für SPD und CDU/CSU: Laut vorläufigem Endergebnis kommt die SPD auf 20,5 Prozent, die Union auf 33,0 Prozent - das sind jeweils historische Tiefs für die Parteien bei der Bundestagswahl. Die SPD will nun in die Opposition gehen. Die CDU ist weiter stärkste Partei.

SPD-Spitzenkandidat Schulz schließt nach der "krachenden" Wahlniederlage eine Große Koalition aus. Die SPD habe den klaren Auftrag zur Opposition.

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Die AfD liegt bei 12,6 Prozent und ist damit drittstärkste Partei, Linke sind bei 9,2, Grüne bei 8,9 und die FDP bei 10,7 Prozent. Der Hochrechnung zufolge hätte damit nur eine erneute Große Koalition sowie ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP eine Mehrheit im Bundestag.

Schulz will nicht SPD-Fraktionschef werden

Die SPD sieht mit diesem Wahlergebnis allerdings die Große Koalition für beendet an. "Wir gehen in die Opposition", sagte SPD-Vize Manuela Schwesig im ZDF-Wahlstudio. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz sprach von einem schweren Tag für die deutsche Sozialdemokratie. "Wir haben unser Wahlziel verfehlt. Klar ist: Wir haben es offensichtlich nicht geschafft, unsere Wählerbasis zu mobilisieren." Trotz der historischen Wahlniederlage will Schulz Parteivorsitzender bleiben, er will aber nicht Fraktionsvorsitzender werden. Als besonders bedrückend bezeichnete Schulz die Stärke der AfD. "Wir werden unseren Kampf für Demokratie und Toleranz weiterkämpfen. Wir sind das Bollwerk der Demokratrie in diesem Land."

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hatte "ein besseres Ergebnis erhofft". Aber die Union habe die strategischen Ziele des Wahlkampfs erreicht. "Wir haben den Auftrag eine Regierung zu bilden und gegen uns kann keine Regierung gebildet werden", so Merkel.

Seehofer ruft SPD zu Offenheit auf

"Es gibt nicht schönzureden, das Wahlergebnis ist für uns eine herbe Enttäuschung, auch das Ergebnis der CSU in Bayern", sagte CSU-Chef Horst Seehofer. Er forderte die SPD auf, zu Gesprächen über eine Regierungsbildung offen zu sein. "Ich glaube, verantwortliche Demokraten müssen sich zusammensetzen und sondieren, ob eine Regierung möglich ist - das sind wir unserem Land schuldig. Wir können jetzt nicht am Wahlabend erklären, wir reden gar nicht miteinander."

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland wertete das gute Wahlergebnis seiner Partei als Kampfansage an die künftige Bundesregierung. "Sie kann sich warm anziehen. Wir werden sie jagen", sagte er. "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen." Die Rechtspopulisten sind bei der Bundestagswahl drittstärkste Kraft geworden.

Die FDP jubelt darüber, dass die Partei wieder in den Bundestag eingezogen ist. "Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit im Deutschen Bundestag, denn die Menschen haben uns ein Comeback ermöglicht", sagte FDP-Chef und -Spitzenkandidat Christian Lindner.

Grüne: Werden kein einfacher Partner sein

Die Grünen wollen nach ihrem Wahlerfolg selbstbewusst in mögliche Gespräche über ein Jamaika-Bündnis mit Union und FDP gehen. "Wir werden kein einfacher Partner sein", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen über ein Regierungsbündnis fügte sie hinzu: "Es werden schwierige Gespräche." Spitzenkandidat Cem Özdemir betonte: "Wir wollen dieses Land verändern." Zentraler Punkt sei ein umfassender Klimaschutz. Es gebe mit den Grünen auch keine Politik, die sich gegen die Europäische Union richte. Mit Blick auf das Abschneiden der AfD sagte Özdemir, alle Parteien seien in der Pflicht, um die Spaltung in Deutschland zu überwinden.

Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht gibt der Großen Koalition die Hauptschuld für den Wahlerfolg der AfD. Mit dem Ergebnis für die Linken sei sie zufrieden, sagt sie im ZDF. "Wir haben das zweitbeste Ergebnis unserer Parteiengeschichte."

Höhere Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag bei 76,5 Prozent, das ist deutlich höher als vor vier Jahren, 2013 hatte sie 71,5 Prozent betragen. Bei der Bundestagswahl 2009 war sie auf den bislang niedrigsten Stand überhaupt abgerutscht und lag bei 70,8 Prozent. Zur Abstimmung aufgerufen waren rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte.

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