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Aldi öffnet erste Läden in China

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Erkundung eines Massenmarktes - Aldi öffnet erste Läden in China

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China überholt die USA bald als weltgrößten Lebensmittelmarkt. Mit zwei Filialen erkundet Aldi Süd erstmals die Wünsche chinesischer Verbraucher. Bezahlt wird mobil.

Eine der ersten zwei Aldi-Filialen in Shanghai.
Eine der ersten zwei Aldi-Filialen in Shanghai.
Quelle: Andrew Meredith/ALDI China/dpa
Eine der ersten zwei Aldi-Filialen in Shanghai.
Eine der ersten zwei Aldi-Filialen in Shanghai.
Quelle: Andrew Meredith/ALDI China/dpa

Der Lebensmittelhändler Aldi hat seine ersten beiden Filialen in China eröffnet. Aldi Süd verkauft bereits seit 2017 online in China. Mit den Läden in Shanghai will der Discounter das stationäre Geschäft testen, um die chinesischen Verbraucher besser zu verstehen.

Die Märkte werden lokal beschaffte und importierte Waren anbieten, teilte der auf Chinesisch "Aoleqi" genannte deutsche Händler mit. Nach chinesischen Medienberichten will Aldi 2019 möglicherweise zehn Märkte in China eröffnen.

Aldis Zielgruppe: zahlungskräftige Mittelklasse

Die Möglichkeiten für Aldi, in diesem Markt präsent zu sein, sind bedeutend.
Nick Miles, IDG-Chef Asien-Pazifik

Aldis Zielgruppe in China ist die zahlungskräftige Mittelklasse. Das Potenzial ist groß. China dürfte nach den Erwartungen der Marktforscher von IDG in vier Jahren die USA als größter Lebensmittelmarkt abgelöst haben. "Die Möglichkeiten für Aldi, in diesem Markt präsent zu sein, sind deswegen bedeutend", sagte Nick Miles, IDG-Chef Asien-Pazifik. "Aber es wird nicht ohne Risiko sein."

Der Markt gilt als schwierig für ausländische Händler. Aldis deutscher Konkurrent Lidl hat sich gerade leise aus dem Online-Geschäft in China zurückgezogen. Der spanische Discounter Dia hat 2018 nach 15 Jahren in China seine 450 Filialen an die chinesische Suning-Gruppe verkauft, weil die Verluste zu groß wurden. Auch der britische Einzelhändler Tesco war 2014 in China gescheitert.

Weltweit betreibt Aldi 6.240 Filialen

In der Vergangenheit ging es dem chinesischen Kunden um den Preis. In jüngster Zeit schenken sie aber der Qualität und Sicherheit der Produkte mehr Aufmerksamkeit.
Liu Shengjun von der China-Europa Business School in Peking

Aldi ist bislang in elf Ländern mit 6.240 Filialen aktiv. In China setzt der Discounter auf eine besondere Strategie: Keine Billigware, sondern ausgesuchte, höherwertigere Produkte. Die Qualität soll garantiert werden, da der chinesische Kunde schon so manchen Lebensmittelskandal erlebt hat. "In der Vergangenheit ging es dem chinesischen Kunden um den Preis", sagte Liu Shengjun, Vizepräsident der China-Europe Business School in Peking. "In jüngster Zeit schenken sie aber der Qualität und Sicherheit der Produkte mehr Aufmerksamkeit."

"Der chinesische Markt ist groß genug", glaubt der Experte. "Es ist möglich, hier erfolgreich zu sein." Aber nach dem traditionellen deutschen Modell werde das nicht gelingen. "Du musst den Markt und das Verhalten der Kunden kennen." Während Kunden in Deutschland und Europa zum Großeinkauf bei Aldi fahren und das Auto vollpacken, gehen die Kunden in den dicht bevölkerten Metropolen Chinas häufiger ins Geschäft und kaufen kleinere Mengen.

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