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München - Ermittler: Mobbing als Motiv für Amoklauf

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Fast acht Monate nach dem blutigen Amoklauf in München sind die Ermittlungen dazu abgeschlossen. Neun Menschen wurden an dem Abend von einem 18-Jährigen getötet. Er war ein Einzeltäter, der laut Staatsanwaltschaft über Jahre hinweg von seinen Mitschülern ausgegrenzt wurde.

Der Amokschütze David S. von München sei "einem Verhalten von Mitschülern ausgesetzt gewesen, das man sicherlich als Mobbing bezeichnen kann", sagte Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst bei der Vorstellung des Abschlussberichts zu der Tat. Er sprach in diesem Zusammenhang auch von körperlichen Misshandlungen.

Der 18-Jährige habe psychische Probleme gehabt und aus diesen heraus seine Opfer ausgesucht. Es seien Jugendliche gewesen wie jene, von denen er sich in der Schule gemobbt fühlte und die damit in sein persönliches Feindbild passten. Insbesondere habe er einen Hass auf Angehörige südosteuropäischer Bevölkerungsgruppen entwickelt - viele der Opfer stammten aus diesem Kreis.

Es hätten sich aber keine Hinweise ergeben, dass er die Opfer gezielt ausgewählt habe, sagte Kornprobst. "David S. hat die Tat allein geplant und allein durchgeführt". Dritte seien weder in die Tatpläne eingeweiht noch an der Ausführung beteiligt gewesen.

Tat wohl nicht aus politischen Gründen

Der Oberstaatsanwalt sagte, trotz des Fremdenhasses sei "nicht davon auszugehen, dass er die Tat selbst aus politischen Gründen verübte". Der psychisch kranke 18-Jährige hatte am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Norden Münchens neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen.

Weder Eltern noch Ärzte oder Lehrer hätten die Tat ahnen können, hieß es. Selbst die Schießübungen des Schülers im Keller des Wohnhauses blieben unentdeckt - obwohl er insgesamt 107 Schüsse abgab. Ein Gutachten habe erwiesen, dass die Schüsse im Haus oder draußen tatsächlich nicht zu hören waren.

Als Einziger soll im Zusammenhang mit der Tat der Verkäufer der Waffe zur Verantwortung gezogen werden. Gegen den 32-Jährigen wurde Anklage unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in neun Fällen erhoben.

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