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Nach Absturz in Kuba - Flugzeug-Blackbox soll Ursache aufklären

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110 von 113 Menschen an Bord verlieren ihr Leben, als eine mexikanische Chartermaschine nahe Havanna abstürzt. Nun soll einer der Flugschreiber bei der Ursachenforschung helfen.

Ermittler untersuchen Flugzeugabsturz in Kuba
Ermittler in Kuba untersuchen den Flugzeugabsturz (Archivbild vom 18. Mai) Quelle: ap

Nach dem Absturz eines mexikanischen Flugzeugs nahe Havanna schalten sich die Behörden in Mexiko-Stadt verstärkt in die Ermittlungen ein. Die nationale Luftfahrtbehörde werde Verantwortliche der Fluggesellschaft Aerolineas Damojh, auch bekannt unter Global Air, befragen, erklärte Mexikos Regierung am Samstagabend. Man wolle herausfinden, ob das Unternehmen unter geltenden Richtlinien operiere. Am Tag nach dem Unglück hatte Kuba die Zahl der Toten auf 110 beziffert. Drei schwer verletzte Kubanerinnen schweben weiter in Lebensgefahr.

Die von Global Air gemietete Boeing 737-201 - Baujahr 1979 - war am Freitag kurz nach dem Start vom Flughafen José Marti in ein Feld gestürzt. Es war das dritte schwere Flugzeugunglück in Kuba seit 2010.

Ermittler haben Flugschreiber gefunden

Der Verkehrsminister des Landes, Adel Yzquierdo Rodriguez, sagte am Samstagnachmittag, die staatliche Fluggesellschaft Cubana habe den Flieger seit weniger als einem Monat gemietet. Laut der Vereinbarung sei allein der mexikanische Konzern für die Instandhaltung des Flugzeugs zuständig gewesen. Kuba selbst habe keine Piloten mit Genehmigung, die Boeing zu fliegen. Daher sei die mexikanische Besatzung unter der Annahme beschäftigt worden, dass sie dafür korrekt ausgebildet worden seien, so Yzquierdo.

Ermittler hätten den Flugschreiber geborgen, sagte der Transportminister. Aus den USA gebe es außerdem bereits die Erlaubnis, dass Boeing-Experten für die Ermittlung auf die Insel reisen dürften. Die mexikanische Luftfahrtbehörde gab bekannt, ebenfalls ein Expertenteam nach Kuba zu schicken.

Karte: Kuba - Havana - Santiago de Las Vegas
Flug DMJ 0972 war auf dem Weg von Havanna nach Holguín als die Maschine bei Santiago de Las Vegas abstürzte. Quelle: ZDF

Guyana: Vorfall mit dem Flugzeug bereits im Mai 2017

Auch Behörden aus Guyana meldeten sich mittlerweile in der Sache. Infrastrukturminister David Patterson sagte, dasselbe Flugzeug sei im Mai 2017 auf Guyanas Hauptflughafen überprüft worden. Damals sei entdeckt worden, dass die Crew viel zu viel Gepäck eingeladen habe.

Massives Übergepäck kann zum Problem für die Balance von Flugzeugen werden. Patterson wusste nach eigener Aussage aber nicht, ob es sich bei dem Vorfall im vergangenen Jahr auch um dieselbe Besatzung handelte wie jetzt bei dem Absturz.

Fünf Kinder unter den Absturz-Opfern

Mit Blick auf die Insassen sagte Kubas Verkehrsminister Yzquierdo, in dem Flugzeug seien 102 Kubaner, drei Touristen, zwei ausländische Einwohner und sechs mexikanische Besatzungsmitglieder gewesen. Unter den Opfern waren nach den Angaben fünf Kinder und laut einer freievangelischen Kirche 20 ihrer Mitglieder.

Im vergangenen Jahr stürzte ein kubanisches Militärflugzeug im Westen des Landes ab, acht Soldaten kamen ums Leben. 2010 stürzte auf dem Flug von Santiago nach Havanna ein Air-Caribbean-Flugzeug ab, alle 68 Menschen an Bord kamen ums Leben. Der letzte tödliche Absturz mit einem zivilen kubanischen Flugzeug liegt fast 30 Jahre zurück. 1989 verunglückte kurz nach dem Start in Havanna ein Charterflug nach Mailand; alle 126 Insassen und mindestens zwei Dutzend Menschen am Boden kamen ums Leben.

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