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Proteste an Gaza-Israel-Grenze - Schüsse und Rauch beim "Marsch der Rückkehr"

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Wieder demonstrieren Palästinenser an der Grenze zu Israel. Mit Rauch wollen sie den israelischen Scharfschützen die Sicht verdecken. Dann fallen Schüsse.

Aus Protest gegen die Gründung Israels 1948 attackieren Palästinenser seit einer Woche die israelische Grenze. Die Bilanz der letzten Tage: zwei Tote und über 250 Verletze.

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Eine zweite Welle palästinensischer Proteste gegen Israel an der Grenze des Gazastreifens ist am Freitag angerollt. Hunderte Demonstranten folgten dem Aufruf der in dem Autonomiegebiet herrschenden radikalislamischen Hamas und strömten vor dem Mittagsgebet zu den an der Grenze zu Südisrael eingerichteten Protestcamps. Drei Palästinenser erlitten nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörde Schussverletzungen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, es seien Warnschüsse abgefeuert worden.

Soldaten aus Israel fahren an der Grenze des Gazastreifens am 06.04.2018
Israelische Soldaten an der Grenze des Gazastreifens Quelle: reuters

Dichter schwarzer Rauch stieg an zahlreichen Orten auf, weil Hunderte Palästinenser Autoreifen verbrannten. Damit wollen die Palästinenser eine "Rauchwand" erzeugen. Ziel ist es, Scharfschützen auf der israelischen Seite der Grenze die Sicht zu erschweren. Israels Armee wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, sie wolle im Schutz der Rauchschwaden Anschläge an der Grenze verüben. Die palästinensischen Aktivisten trugen beim Verbrennen der Autoreifen einen Mundschutz. Israel hat vor schweren Umwelt- und Gesundheitsschäden durch die Aktion gewarnt. Beim Verbrennen von Autoreifen werden Schadstoffe freigesetzt.

In einem der Lager landeten in der Nähe der Übertragungswagen von Fernsehteams Tränengaskanister der israelischen Sicherheitskräfte. Der sich ausbreitende Reizstoff löste Fluchtbewegungen unter den Demonstranten aus.

22 Palästinenser an Grenze getötet

Die Hamas hatte vor einer Woche den "Marsch der Rückkehr" gestartet, insgesamt sollen die Proteste sechs Wochen andauern. Beim schlimmsten Ausbruch der Gewalt seit 2014 sind bisher 22 Palästinenser ums Leben gekommen. Am Karfreitag waren bei Konfrontationen 18 Palästinenser getötet worden, zwei starben später an ihren Verletzungen. Zwei weitere wurden bei Vorfällen im Grenzbereich am Dienstag und am Donnerstag getötet. Israelische Soldaten schossen nach Armeeangaben gezielt auf palästinensische Rädelsführer – die meisten der Getöteten waren nach israelischen Angaben militante Palästinenser.

An diesem Freitag wurde ein weiterer Gewaltausbruch befürchtet. Palästinenser im Gazastreifen wurden zu Blutspenden aufgerufen. Der Rettungsdienst Roter Halbmond richtete nach eigenen Angaben an fünf Stellen nahe der Grenze Feldkliniken zur Behandlung von Verletzten ein.

Anlass der Proteste 70 Jahre Israel

UN-Generalsekretär António Guterres forderte von allen Beteiligten Zurückhaltung. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) äußerte sich besorgt über die hohen Opferzahlen. Rund 1.500 Palästinenser sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde seit Karfreitag verletzt worden. "Wir erkennen Israels Sicherheitsbedenken an, dennoch darf tödliche Gewalt nur als letztes Mittel eingesetzt werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt, um Leben zu schützen", hieß es in der Mitteilung des ICRC.

Anlass der Proteste ist der 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser sehen sie als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein "Recht auf Rückkehr". Israel lehnt dies ab. Die Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie bestreitet das Existenzrecht Israels und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästinas vom Mittelmeer bis zum Jordan.

Schwarze Rauch steigt an der Grenze des Gazastreifens am 06.04.2018 auf
Wieder demonstrieren Palästinenser an der Grenze zu Israel. Quelle: reuters

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