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Welfenhochzeit in Hannover - Adeliges Ja-Wort ohne Publikum

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Welfenprinz Ernst August von Hannover heiratet Ekaterina Malysheva, eine russische Modedesignerin. Die Feier wird gut abgeschirmt, das Paar möchte die eher privat feiern. Hannover wird nicht viel mitbekommen von der adeligen Hochzeit. Nur der gleichnamige Vater von Ernst August könnte die Stimmung stören.

Sein gleichnamiger Vater war oft in den Schlagzeilen, er selbst scheint Blitzlichtgewitter zu hassen. Seine Hochzeit will Ernst August von Hannover (33) trotzdem so feiern, dass die Menschen in und um Hannover davon ein wenig mitbekommen - wohl aus Verbundenheit seiner Familie, den Welfen, zu der Region.

Für seine Verlobte Ekaterina Malysheva geht das Lebensereignis mit einem Perspektivwechsel einher: Die 30-Jährige wird mit ihrem Mann bald in die Region Hannover ziehen, wie der Erbprinz schon vor der Trauung angekündigt hatte. Bisher lebten sie zusammen in London.

Kaum Tamtam für Adelsfans

Der erste Teil der Hochzeitsfeier ist schon passé. Standesamtlich ließ sich das Paar am Donnerstag im Neuen Rathaus in Hannover trauen. Nach rund vierzig Minuten waren der Welfenprinz und die russische Designerin dann ein Ehepaar. Schaulustige bekamen so gut wie nichts von der Trauung mit. Bereiche des Rathauses waren abgesperrt. Das Brautpaar fuhr schließlich in einem Auto mit getönten Scheiben davon.

Viel Tamtam für Adelsfans wird es auch bei der kirchlichen Trauung am Samstag nicht geben. Nur Geladene haben dann Zutritt zur Marktkirche. Das Paar erwartet rund 600 Gäste. Trauen wird sie der Altbischof der evangelischen Landeskirche Hannover, Horst Hirschler.

Hausorchester für den eloquenten Prinzen

Nach der Trauung folgt ein kurzer öffentlicher Teil: In einer knapp 200 Jahre alten Kutsche fahren "Katya" und "Ernst", wie sie Freunde nennen, von der Altstadt nach Herrenhausen. An der dortigen Galerie schließen sich die Türen vor neugierigen Augen wieder. In dem festlichen Saal der Galerie, den barocke Wandmalereien schmücken, wird das Brautpaar mit seinen Gästen anstoßen. Dazu wird das "Hausorchester seiner königlichen Hoheit des Prinzen von Hannover" unter der Leitung von Ernst Müller spielen.

Der Welfenprinz wirkt bei Auftritten stets bodenständig. Hannovers Oberbürgermeister Schostok sagt über ihn: Er habe auf ihn von Anfang an äußerst "sympathisch und bescheiden" gewirkt. Man könne sich auch gut mit ihm unterhalten - über normale Themen von Geschichte über Schützenfest bis zu Fußball.

Auch die Braut gibt sich nach außen pragmatisch: Zur Frage, warum sie zusammen nach Hannover ziehen wollten, entgegnete die Geschäftsfrau im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", sie könne von überall aus ihr Modelabel betreuen. Und sie erklärte: Nervös wegen der Hochzeit sei sie nicht. "Das ist eine Party." Diese besagte Party wird das Hochzeitspaar am Abend auf Schloss Marienburg, das südlich von Hannover liegt, feiern. Vor und nach der Feier ist das Schloss für Besucher zehn Tage lang geschlossen.

Erbstreitigkeiten vor der Hochzeit

Ob der Hochzeitstag vollkommen harmonisch ablaufen wird, bleibt abzuwarten. Denn zuletzt hatte ein Streit zwischen dem Bräutigam und dem gleichnamigen Vater für Schlagzeilen gesorgt. Der 63 Jahre alte Ernst August von Hannover habe von seinem Sohn die Rückgabe einer Schenkung gefordert, teilte ein Sprecher der Anwaltskanzleien des Vaters nach einem entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" mit.

Ihm gehe es darum, dass - wenn die Ehe kinderlos bliebe und es zu einem früheren Tod des Sohnes komme - diese Besitztümer nicht zu dessen Erbe gehörten, sondern an den Vater zurückfielen.

2004 hatte der Vater seinem Sohn Besitztümer aus dem Welfenbesitz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt übertragen. Seitdem verwaltet der Sohn diesen Besitz, unter anderem Schloss Marienburg. Der Sohn ließ mitteilen, es handele sich um eine innerfamiliäre Angelegenheit, die er nicht kommentieren möchte. Schon vorher schwieg der Welfenprinz eisern, wenn er nach dem Verhältnis zu seinem Vater befragt wurde.

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