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Polizei Konstanz - "Skrupelloser" Erpresser vergiftet Lebensmittel

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Vergiftete Babynahrung ist bereits gefunden worden, die Polizei rechnet noch mit weiteren Lebensmitteln: Ein oder mehrere Täter erpressen derzeit deutsche Handelsketten, um einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag zu erbeuten. Das hat die Polizei in Konstanz bekannt gegeben.

In ganz Deutschland fahnden Ermittler nach einem Erpresser, der damit droht, Lebensmittel zu vergiften. Betroffen sind mehrere Handelskonzerne. Laut Behörden fordert er einen zweistelligen Millionenbetrag.

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Auf einer Pressekonferenz zeigte die Polizei Bilder eines etwa 50-jährigen Manns, der Mitte September Gläser mit vergifteter Babynahrung in Geschäften in Friedrichshafen gebracht haben soll. Diese Produkte wurden demnach von den Ermittlern gefunden und beschlagnahmt. Der Tatverdächtige ist etwa 50 Jahre alt, schlank und hat eine sportliche Figur. Der Mann habe "eventuell zur Tarnung" eine Brille getragen. Besonders auffällig sei ein weißer Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten, erklärte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer.

Ethylenglycol in Babynahrung

Der oder die Erpresser fordern den Ermittlern zufolge einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag und drohen damit, ansonsten vergiftete Lebensmittel in den Handel zu bringen. Auf die fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung wiesen sie demnach in einer Erpressermail hin. Sie seien gefunden worden und hätten Ethylenglycol enthalten. "Es wurde in die Nahrung eingerührt", erklärte Ministerialrätin Petra Mock. Es handele sich um eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. "Schon 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend", sagte sie. Ethylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, so Mock.

Die Warnung vor vergifteten Lebensmitteln dürfe aber nicht auf Babynahrung beschränkt bleiben, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. In der Mail waren demnach keine bestimmten Lebensmittel genannt.

Polizei bittet um Mithilfe

Zudem drohten der oder die Täter damit, bundes- oder auch europaweit vergiftete Produkte in den Handel zu bringen. "Wir nehmen den Täter ernst", sagte Stürmer. Es sei davon auszugehen, dass dieser "sehr skrupellos" sei.

Die Ermittler baten Kunden, beim Kauf von Produkten auf mögliche Manipulationen zu achten. "Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass es künftig zu einer Manipulation kommt, werden Verbraucher aufgefordert, auf Beschädigungen der Produktverpackungen oder das Fehlen des Unterdrucks zu achten. Deckel von ordnungsgemäß verschlossenen Gläsern weisen üblicherweise eine Wölbung nach innen auf, beim Öffnen ist ein Knackgeräusch zu hören", heißt es in einer amtlichen Gefahrenmitteilung.

"Es besteht aber kein Anlass zu Panik und Hysterie", sagte Stürmer. Bis zum Donnerstagabend erhielten die Ermittler mehrere hundert Hinweise auf den Erpresser. Das sagte der Polizeivizepräsident im SWR.

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