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Winfried Kretschmann tritt noch einmal an

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Erster grüner Ministerpräsident - Winfried Kretschmann tritt noch einmal an

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2011 wurde er der erste grüne Ministerpräsident, 2016 wiedergewählt: Nun hat Winfried Kretschmann angekündigt, bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg erneut anzutreten.

Winfried Kretschmann will es noch einmal wissen: Am Donnerstag verkündete der baden-württembergische Regierungschef und bundesweit prominente Grünen-Politiker, bei der Landtagswahl in rund anderthalb Jahren erneut antreten zu wollen. "Meine Leidenschaft für diese Aufgabe ist ungebrochen - und ich bin dankbar für den Rückhalt und die Unterstützung, die ich spüre", schrieb der 71-Jährige in einem offenen Brief an die Baden-Württemberger.

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"Baden-Württemberg ist meine Heimat", heißt es in dem Schreiben. In der Tat ist Kretschmann dem Bundesland eng verbunden, bundespolitische Ambitionen wurden dem stets etwas behäbig wirkenden Politiker nie nachgesagt. Er kam am 17. Mai 1948 in Spaichingen am Westrand der Schwäbischen Alb als Kind von Heimatvertriebenen in einem katholischen Milieu zur Welt. Ganz ähnliche Umstände prägten übrigens auch den in etwa gleichaltrigen ehemaligen Grünen-Übervater Joschka Fischer.

Bekannt als Realpolitiker

Mit Fischer teilte Kretschmann auch den früh erwachenden Widerwillen gegen autoritäre Herrschaftsformen. Erste politische Gehversuche machten beide in der radikalen linken Szene, Kretschmann in einer kommunistischen Hochschulgruppe. Doch er ließ sich schon bald läutern und wurde als Gymnasiallehrer verbeamtet. Seine politischen Anfänge verglich Kretschmann später mit einer Sektenmitgliedschaft.

Bei den Grünen machte sich Kretschmann von Anfang an einen Namen als Realpolitiker. Nach dem Einzug der damals noch jungen Partei in den Stuttgarter Landtag 1980 haderte er mit internen Grabenkämpfen mit dem linken Flügel. Er war zwar 1984 als Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl vorgesehen, zog sich deshalb jedoch zurück.

Seit 1996 ist Kretschmann ununterbrochen Landtagsabgeordneter

Auch danach folgte ein Hin und Her: 1988 kehrte Kretschmann in den Landtag zurück, überwarf sich aber erneut mit den Fundis. Er flog aus dem Parlament und arbeitete danach bis 1996 wieder als Lehrer. Seit 1996 aber ist Kretschmann ununterbrochen Landtagsabgeordneter.

2011 wurde dann sein Jahr. Nach dem Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, dem Eindruck der Atomkatastrophe von Fukushima und anhaltender Querelen der CDU konnte Kretschmann als erster Grüner überhaupt Ministerpräsident eines deutschen Bundeslands werden. Er regierte zunächst mit der SPD und seit seiner Wiederwahl 2016 mit der CDU.

Kultusministerin Susanne Eisenmann wird CDU-Spitzenkandidatin

Susanne Eisenmann
Susanne Eisenmann

Dass er nun noch einmal antritt, galt keineswegs als ausgemacht. Kretschmanns Entscheidung wurde daher mit Spannung erwartet. Unter Zugzwang geriet er, als sein Juniorpartner CDU nach der Europawahl im Juli die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann zu ihrer Spitzenkandidatin kürte. Vor den Sommerferien kündigte Kretschmann daraufhin an, sich bis zu einem Landesparteitag Ende kommender Woche in Sindelfingen zu erklären.

Mit seinem pragmatischen Stil mag Kretschmann bis heute den linken Parteiflügel verschrecken - bei Konservativen dagegen wuchs sein Ansehen. Typisch ist etwa, wie er einmal die in der Umweltpartei stets heikle Fragen nach seinem Dienstwagen beantwortete. Ein baden-württembergischer Ministerpräsident fahre einen Daimler, sagte er. "Basta - ich nehme einen Daimler S-Klasse, ich kann doch keinen Fiat fahren."

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