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Dabrock rügt Sterbehilfe-Urteil

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Chef des Deutschen Ethikrats - Dabrock rügt Sterbehilfe-Urteil

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Das Bundesverfassungsgericht lockert das Sterbehilfe-Verbot. Kritik kommt nun aus dem Ethikrat. Der sieht einen "radikalen Bruch mit der bewährten Rechtskultur".

Peter Dabrock, Chef des Deutschen Ethikrates. Archivbild
Peter Dabrock, Chef des Deutschen Ethikrates. Archivbild
Quelle: Lisa Ducret/dpa

Peter Dabrock, Chef des Deutschen Ethikrats, hat das Urteil zur Sterbehilfe kritisiert. Es sei ein "radikaler Bruch mit der bewährten Rechtskultur, die Selbstbestimmung achtet und schützt, aber immer auch lebensschutzfreundlich ausgelegt hat", sagte er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Nach dem Urteil hat jeder das Recht, selbstbestimmt zu sterben - auch mit Hilfe Dritter.

Dabrock: Lebensschutz wiege im Sterbehilfe-Urteil "nichts"

Der Ethikrat-Vorsitzende sagte, der Lebensschutz wiege in dem Urteil "nichts". Es stehe allein das Recht zur Selbsttötung im Vordergrund.

Die Waage neigt sich bis zum Anschlag in Richtung uneingeschränkter Autonomie."
Peter Dabrock, Chef des Deutschen Ethikrats

Suizid unproblematisch realisieren zu können, lege das Verfassungsgericht geradezu als Besiegelung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und damit der Menschenwürde aus. Laut Dabrock brauche es "eine Balance". Letztlich könne nun auch ein 18-Jähriger mit Liebeskummer und ohne Lehrstelle dieses Recht in Anspruch nehmen.

Ethikrat-Chef fordert bessere Palliativversorgung und bessere Krankenpflege

Aus seiner Sicht, so der evangelische Theologe, müsse der Staat nun eine flächendeckende Palliativversorgung schaffen und die Pflege kranker Menschen verbessern. "Er muss alles tun, damit möglichst wenige Menschen sagen: Was bleibt mir anderes übrig, als in Verzweiflung meinem Leben ein Ende zu setzen?" Es bestehe die Gefahr, dass sich Politik und Gesellschaft angesichts der demografischen Entwicklung und hoher Kosten dazu entschlössen, an der Pflege für Alte und Kranke zu sparen.

Das Sterbehilfe-Urteil sorgt für geteilte Reaktionen. ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke erklärt, welche Folgen die Entscheidung des Verfassungsgerichts hat.

Das Sterbehilfe-Urteil sorgt für geteilte Reaktionen. ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke erklärt, welche Folgen die Entscheidung des Verfassungsgerichts hat.

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Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch den Paragrafen 217 des Strafgesetzbuchs für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz erklärt. Denn daraus leite sich ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben ab. Damit sei die Freiheit eingeschlossen, auch die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Das Verbot der sogenannten geschäftsmäßigen Sterbehilfe verstößt aus Sicht der Richter gegen das Grundgesetz.

Hat jeder Mensch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod? Wer darf mir beim Sterben helfen? Diese Fragen beantwortet das Bundesverfassungsgericht mit seinem Grundsatzurteil zur Sterbehilfe. Hier zum ZDFspezial:

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40 min
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Sollten Sie von Selbstmordgedanken betroffen sein, so wenden Sie sich bitte an professionelle Helfer. Diese finden Sie jederzeit bei der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222.

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