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Forderung nach Hilfsgeldern - "Investition in unser aller Zukunft"

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Nur nicht knausern - das fordern Politiker und Wissenschaftler vor dem EU-Afrika-Gipfel in Abidjan in der Elfenbeinküste. Jeder Euro sei wichtig, sagt EU-Kommissionschef Juncker.

Kinder in einer Schule in Mali, Afrika am 24.10.2013
Kinder in einer Schule in Mali. Quelle: dpa

Vor dem fünften EU-Afrika-Gipfel fordern Politiker und Wissenschaftler mehr Investitionen und Hilfsgelder für Afrika. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, verlangte von den EU-Staaten, zugesagte Finanzhilfen in vollem Umfang zu leisten. Es sei wichtig, "dass nicht nur die Kommission ihren Anteil zum Afrika-Treuhandfonds beisteuert, sondern auch die Mitgliedstaaten ihre Versprechen halten und ihren Anteil übernehmen", sagte Juncker der "Welt".

Bis heute sind nach Angaben des Kommissionschefs erst knapp 200 von 260 zugesagten Millionen Euro eingegangen. Dabei käme es auf jeden Euro an, erklärte der ehemalige Premierminister aus Luxemburg. "Jeder Euro ist eine Investition in unser aller Zukunft, in Chancen für junge Menschen, in Ernährungssicherheit und ein besseres Grenzmanagement. In diesem Sinne wünsche ich mir, dass der EU-Afrika-Gipfel mehr als nur wohlklingende Absichtserklärungen bringt."

Grüne warnen vor halbherziger Hilfe

Der CDU-Außenexperte David McAllister betonte, die Beziehungen zwischen der EU und Afrika seien wichtiger denn je. Der Klimawandel, der Kampf gegen der Terrorismus, die demografische Entwicklung oder die Migration seien gemeinsame Herausforderungen, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Daher solle die EU eine weltweite Führungsrolle bei Investitionen in Afrika übernehmen.

Der außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, kritisierte, dass weiterhin zu sehr auf die "alten, oft korrupten Eliten" gesetzt werde. Auch sei die europäische Afrika-Politik zu sehr "von Krisen und Katastrophen getrieben", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es brauche eine Politik, die nach vorn weise. Solange Europa massiv Produkte subventioniere, die von Europa nach Afrika verkauft würden, sei jede Hilfe halbherzig.

Der Entwicklungsforscher Rainer Thiele sagte, in afrikanischen Ländern werde zu wenig investiert. Bessere Gesundheitsversorgung, Bildung und private Investitionen seien entscheidend für die Zukunft des Kontinents, betonte er in der "Welt".

Hilfsorganisationen fordern neuen Politik-Kurs

Heute und morgen treffen sich rund 5.300 Teilnehmer zum EU-Afrika-Gipfel. Zentrale Themen des Treffens in Abidjan, dem Regierungssitz der Elfenbeinküste, sollen Investitionen für bessere Perspektiven junger Menschen, Frieden und Stabilität sowie die Migration sein. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt an dem Gipfel teil.

Hilfsorganisationen haben vor Beginn des Gipfels eine radikale Abkehr von der bisherigen Politik Europas gefordert. Deutschland und die anderen EU-Staaten dürften die Menschen auf dem Nachbarkontinent nicht der Schutzlosigkeit ausliefern, heißt es in Stellungnahmen zu dem Spitzentreffen. Viele der aktuellen Kooperationen dienten nur der Eindämmung der illegalen Migration und der Förderung der europäischen Wirtschaft.

Als Beispiel nannten Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Medico International und Pro Asyl die EU-Unterstützung für das nordafrikanische Transitland Libyen. Sie steht seit Monaten in der Kritik, weil es immer wieder Berichte darüber gibt, dass an der Flucht nach Europa gehinderte Menschen dort in Lagern vergewaltigt, gefoltert oder sogar getötet werden.

EU-Afrika-Gipfel: Forderungen und Interessen

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