Sie sind hier:

Außenminister verurteilen Tat - Fall Skripal: EU steht hinter Briten

Datum:

Einigkeit im Fall Skripal: Die EU steht nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten geschlossen hinter Großbritannien. Die Außenminister verurteilen die Tat scharf.

Boris Johnson am 19.03.2018 in Brüssel (Belgien)
Boris Johnson - EU-Außenminister-Treffen in Brüssel Quelle: reuters

Die EU nehme zudem die Einschätzung der britischen Regierung "äußerst ernst, dass es höchst wahrscheinlich ist, dass die Russische Föderation verantwortlich ist", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister am Montag. Der "rücksichtslose und illegale" Angriff habe das Leben vieler Bürger bedroht.

"Alle Informationen, die wir haben, deuten darauf hin, dass es keine alternative plausible Erklärung dafür gibt, dass hier auch eine Mitverantwortung der russischen Seite besteht", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Montag bei einem EU-Treffen in Brüssel. Deswegen wolle man nun sagen, dass man so etwas nicht akzeptiere.

Johnson: Russland versteckt sich hinter Lügen

Der britische Außenminister Boris Johnson zeigte sich erfreut über die Unterstützung. Zugleich übte er scharfe Kritik an der Regierung in Moskau, die bislang jegliche Verantwortung Russlands für den in England verübten Anschlag vehement zurückweist.

"Die russischen Dementi werden immer absurder", sagte Johnson. Erst gäben die Russen an, dass sie den bei dem Anschlag eingesetzten Kampfstoff Nowitschok nie produziert hätten. Dann heiße es, man habe ihn produziert und aber alle Bestände vernichtet. Dann wiederum sagten die Russen, dass Teile des Gifts nach Schweden, Tschechien, in die Slowakei, die USA und Großbritannien gelangt sein könnten. "Was wir hier sehen, ist die klassische russische Strategie, die Nadel der Wahrheit in einem Heuhaufen von Ablenkungen und Lügen zu verstecken."

Klärung durch Experten soll zwei Wochen dauern

Ob die EU auch mit Sanktionen auf den Anschlag reagieren wird, ist noch unklar. Denkbar ist beispielsweise, dass Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen russische Geheimdienstler und politische Verantwortungsträger erlassen werden. Entscheidungen werden allerdings noch nicht erwartet.

Auf die Frage, ob die Beweise ausreichten, sagte die österreichische Außenministerin Karin Kneissl, es gehe nun darum, dass Experten die Sache aufklärten. Vorher sollte es nicht zu Beurteilungen und Verurteilungen kommen.

Vertreter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag werden dafür an diesem Montag in Großbritannien erwartet. Die OPCW wird die Proben des gefundenen Gifts Nowitschok nach Angaben des britischen Außenministeriums in internationalen Labors überprüfen lassen. Dies soll mindestens zwei Wochen dauern.

Kreml: Beweise oder Entschuldigung

Der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie befinden sich auch zwei Wochen nach dem Giftanschlag noch in einem kritischen Zustand.

Bei dem Anschlag wurde nach britischen Angaben ein Mittel aus der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte eingesetzt, die das sowjetische Militär in den 70er und 80er Jahren entwickelt hatte. Auch andere Staaten sehen Russland hinter dem Anschlag.

Der Kreml hat von Großbritannien die Rücknahme falscher Beschuldigungen gefordert. "Entweder muss man sie mit irgendwelchen Beweisen untermauern oder sich entsprechend entschuldigen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Aus seiner Sicht bedeute der Konflikt mit London keine generelle Verschärfung im Verhältnis zum Westen. "Es geht um einen schwer zu erklärenden, unmotivierten, unbegründeten Strom an Verleumdungen gegen Russland vonseiten Großbritanniens." Präsident Wladimir Putin nannte die Vorwürfe nach seinem Wahlsieg am Sonntag unsinnig. Sein Wahlkampfsprecher Andrej Kondraschow bedankte sich sogar ironisch bei der britischen Regierung: Sie habe geholfen, Wähler für Putin zu mobilisieren.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.