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EU-Kommission - Fipronil-Eier noch weiter verbreitet

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Mit Fipronil belastete Eier sind noch weiter verbreitet als bisher angenommen. Mittlerweile sind 15 EU-Mitgliedsstaaten betroffen, zudem Hongkong und die Schweiz. Das erfuhr das ZDF von der EU-Kommission. Zuvor hatte die EU bereits eine Krisensitzung gefordert.

Mit Fipronil belastete Eier sind noch weiter verbreitet, als bisher angenommen. Mittlerweile sind 15 EU-Staaten betroffen, zudem Hongkong und die Schweiz. Die EU-Kommission plant ein Krisentreffen. Deutsche Verbraucher und die Branche sind verunsichert.

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Der europäische Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis erklärte, er habe ein Treffen der zuständigen Minister sowie Behördenvertreter der betroffenen Länder vorgeschlagen. Es solle stattfinden, sobald alle Fakten auf dem Tisch liegen. "Es bringt uns nicht weiter, wenn einer dem anderen den Schwarzen Peter zuschiebt. Ich will das stoppen", sagte der Litauer.

Deutsche Verbraucher sollen dagegen nun mit mehr geprüften Eiern in den Regalen rechnen können. Die Discounter Aldi Nord und Süd haben Eier wieder ins Angebot aufgenommen, nachdem sie Ende vergangener Woche sämtliche Eier vorsorglich verbannt hatten. Nur in Einzelfällen könne es noch zu Engpässen kommen, teilten die Supermarktketten mit. Die Eier, die jetzt in den Verkauf gehen, sollen auf das Insektizid getestet sein. Wohl "über zehn Millionen belastete Eier" waren in Deutschland betroffen, wie Niedersachsens Ernährungsminister Christian Meyer (Grüne) vergangene Woche im ZDFmorgenmagazin erklärte.

Ganzes Ausmaß wird jetzt erst bekannt

In einigen Ländern kommt das Ausmaß betroffener Lieferungen aber gerade erst ans Licht - und die Ermittlungen werden konkreter. 20 Tonnen mit Fipronil belastete Eier wurden nach Dänemark geliefert. Das teilte die Behörde für Lebensmittelsicherheit am Donnerstagabend mit. Eine dänische Firma habe die gepellten und gekochten Eier von einem belgischen Händler bezogen - produziert wurden die Eier demnach aber in den Niederlanden. Die Belastung mit dem Insektengift sei zwar nicht gesundheitsschädlich, aber zu hoch für den Verkauf.

Großbritannien geht mittlerweile von 700.000 belasteten Eiern aus, die importiert wurden. Das ist etwa 33 Mal so viel wie zunächst angenommen. Rumänien teilte am Donnerstagabend mit, die Behörden hätten eine Tonne flüssiges Eigelb mit Fipronil-Belastung sichergestellt - geliefert wurde die Ware demnach aus Deutschland. Das Eigelb soll nun verbrannt werden.

Auch Österreich und Frankreich betroffen

In Österreich verkauften zwei Großhändler Hunderte Kilo gekochter und geschälter Eier aus den Niederlanden, die mutmaßlich belastet sind, wie die Lebensmittelaufsicht mitteilte. Eine Rückrufaktion laufe. Für die Chargen hatte es demnach in Deutschland eine Warnung gegeben.

In Frankreich sind seit April mehr als 240.000 mit Fipronil belastete Eier auf den Markt gekommen. 196.000 belastete Eier aus Belgien seien zwischen Mitte April und Anfang Mai in den Handel gelangt, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Travert im Sender RMC. "Diese Eier wurden bereits konsumiert, ohne Folgen für die Gesundheit." Eine Ladung von 48.000 belasteten Eiern aus den Niederlanden sei in der zweiten Junihälfte in Geschäften der Supermarktkette Leader Price angeboten worden, so Travert weiter.

Auch Luxemburg, Schweden und die Schweiz sind vom Skandal betroffen - Spanien, Portugal und Italien nach ersten Erkenntnissen hingegen nicht.

Fipronil bei Tieren, die Lebensmittel liefern, verboten

Fipronil wird etwa bei Hunden gegen Hautparasiten wie Läuse, Milben und Flöhe eingesetzt. Die Anwendung bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU aber verboten. In hohen Dosen kann die Substanz für Menschen gefährlich sein. Wie sie genau wirkt, ist nicht bekannt. Nach ersten Erkenntnissen gab es laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine Befunde mit einem möglicherweise gesundheitsschädlichen Gehalt an Fipronil pro Kilogramm Ei.

Am Donnerstag nahm die niederländische Polizei in dem Skandal zwei Manager des Unternehmens ChickFriend fest, das im Zentrum der Ermittlungen steht. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst Fipronil eingesetzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie den Besitz verbotener Substanzen vor. ChickFriend schweigt seit Tagen zu den Vorwürfen.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Ermittler im Zuge einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien. Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden von ChickFriend.

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