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Bis 2030 - EU einig: Schärfere CO2-Werte für Neuwagen

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Die Bundesregierung und die Autobauer hätten es lieber weniger streng gehabt: EU-Unterhändler einigen sich überraschend auf schärfere CO2-Vorgaben für Neuwagen.

In Europa sollen künftig neue CO2-Grenzwerte gelten.
Verkehr: EU will schärfere Grenzwerte
Quelle: Oliver Berg/dpa

Die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß bei Neufahrzeugen sollen bis Ende des kommenden Jahrzehnts deutlich verschärft werden. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hätten sich auf einen Kompromiss verständigt, teilte die österreichische Ratspräsidentschaft mit. Demnach sollen Neuwagen bis 2030 rund 37,5 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als 2021. Als Zwischenziel sei ein Minus von 15 Prozent bis 2025 vereinbart worden. Für Kleintransporter soll die Reduktion insgesamt 31 Prozent bis 2030 betragen. Die Einigung ist vorläufig.

Bis 2021, so ist es in der EU bisher festgelegt, sollen Neuwagen im Flottendurchschnitt nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Von dieser Basis aus soll die Senkung erfolgen. Derzeit liegt der Wert bei 118,5 Gramm.

Autobauer wollten weniger scharfe Grenzwerte

"Es waren harte und sehr zähe Verhandlungen mit der Kommission und dem Parlament", sagte die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Positiv reagierte auch der europäische Verbraucherverband BEUC, denn niedrige CO2-Werte bedeuten auch weniger Verbrauch.

Die Vorgaben sind deutlich schärfer, als die Autoindustrie und die Bundesregierung dies ursprünglich wollten. Die deutsche Autobranche mit den großen Herstellern Daimler, BMW und Volkswagen hat besonders viele PS-starke Autos im Angebot. Entsprechend kritisch reagierte der Verband der Automobilindustrie: Niemand wisse heute, wie die Grenzwerte in der vorgegebenen Zeit erreicht werden könnten, erklärte VDA-Chef Bernhard Mattes. In keinem anderen Teil der Welt gebe es vergleichbare CO2-Ziele. "Damit wird die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet."

Es geht nur mit dem Flottenumbau

Die Einigung ist eine Überraschung, denn die Kompromisssuche war zäh. Erst vor einer Woche scheiterte der jüngste Anlauf. Die EU-Länder forderten eine Senkung der Grenzwerte um 35 Prozent für Neuwagen im Jahr 2030. Das Europaparlament wollte 40 Prozent. Die EU-Kommission hatte mit dem Vorschlag einer Reduktion um 30 Prozent vor gut einem Jahr den Startschuss für das Tauziehen um die schärferen Grenzwerte gegeben.

Zu schaffen sind die neuen Zielwerte nur, wenn Hersteller neben Diesel und Benzinern immer mehr Fahrzeuge ohne Emissionen verkaufen - also zum Beispiel reine Elektroautos. Nur so können sie ihren Schnitt insgesamt erreichen. Dafür müssen sie aber ihre Produktion umbauen.

Die Vorgaben sollen helfen, die Klimaziele der Europäischen Union insgesamt zu erreichen und die Emissionen aus dem Straßenverkehr zu drücken. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr, Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.

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