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Brüssel erlaubt Deal zwischen RWE und Eon

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EU-Wettbewerbsbehörde - Brüssel erlaubt Deal zwischen RWE und Eon

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Die beiden Stromriesen Eon und RWE dürfen ihre Geschäfte zusammenlegen. Die EU-Wettbewerbshüter stellen allerdings Bedingungen. Kritiker befürchten Kartellbildung.

Eon will die RWE-Vertriebstochter Innogy kaufen.
Dürfen sich jetzt zusammenschließen: Eon und RWE.
Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Die EU-Wettbewerbshüter haben den Stromdeal der deutschen Platzhirsche RWE und Eon unter Auflagen erlaubt. Er führe nicht zu weniger Auswahl und höheren Preisen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Damit können Eon und RWE den deutschen Strommarkt umkrempeln. Die beiden Essener Konzerne wollen die RWE-Tochter Innogy zerschlagen und ihre Geschäftsfelder komplett neu aufteilen. Eon soll die Netze und das Endkundengeschäft von Innogy erhalten, RWE die erneuerbaren Energien von Innogy und Eon. Die langjährigen Rivalen wollen sich nicht mehr in die Quere kommen.

RWE wird zum Produzenten und Großhändler von Strom. Eon, künftig ohne eigene Kraftwerke, will sich auf den Transport und Verkauf von Strom, Gas und Energiedienstleistungen an Haushalte und Unternehmen konzentrieren. Neu ist auch: Beide Konzerne sind künftig geschäftlich eng miteinander verbunden. Denn RWE erhält im Zuge des Tauschgeschäfts eine Beteiligung von 16,7 Prozent an Eon und kann so von dessen Dividenden profitieren.

Verbraucherzentrale ist skeptisch

Die Grünen-Europaabgeordnete Jutta Paulus warnte vor dem Deal: "Es drohen neue, kartellartige Strukturen, die die Liberalisierung des Strommarktes unterlaufen." Die neue Eon werde durch ihre Marktmacht den Energiemarkt auf den Kopf stellen, erwartet auch Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Ob das für die Privatkunden ein Nachteil wird, liegt vor allem an den Kunden selbst." Sie müssten in Zukunft ihre Stromtarife noch genauer beobachten, bei Zusatzleistungen wie intelligenten Zählern oder Dienstleistungsangeboten auf die Gesamtkosten achten und von Wechselmöglichkeiten Gebrauch machen.

Ob das für die Privatkunden ein Nachteil wird, liegt vor allem an den Kunden selbst.
Udo Sieverding, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

"Privat- und Geschäftskunden in Europa müssen Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen beziehen können", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Wir können heute die Übernahme von Innogy durch Eon genehmigen, weil die Verpflichtungszusagen von Eon sicherstellen, dass der Zusammenschluss in den Ländern, in denen diese Unternehmen tätig sind, nicht zu einer geringeren Auswahl und höheren Preisen führen wird."

Eon muss Heizstromkunden abgeben

Die EU hat zudem Auflagen an den Deal geknüpft. Dazu gehört nun, dass Eon unter anderem 34 Ladestationen für Elektroautos an deutschen Autobahnen abgeben muss. Die Ladestationen sollen künftig von einem Drittanbieter betrieben werden. Zudem muss Eon die Verträge mit den meisten seiner Heizstromkunden in Deutschland abgeben.

RWE, wegen seiner Braunkohlekraftwerke in der Kritik, wird durch den Deal mit Eon zu einem führenden Anbieter von erneuerbaren Energien - bei der Windenergie auf See nach eigenen Angaben die Nummer zwei weltweit. Jedes Jahr will der Konzern künftig 1,5 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energien investieren. In Deutschland wird der Anteil von RWE an der Ökostrom-Erzeugung aber vorerst nur gering ausfallen. Von den rund 100 Gigawatt erneuerbarer Energien in Deutschland verfügt RWE nach Angaben von Vorstandschef Rolf Martin Schmitz nur über ein Gigawatt.

Für Innogy, erst vor drei Jahren von der Konzernmutter RWE an die Börse gebracht, bedeutet die Entscheidung aus Brüssel das Aus. Der Großteil der mehr als 40.000 Mitarbeiter wird zu Eon wechseln. Dabei sollen bis zu 5.000 Stellen aus beiden Unternehmen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. Darüber hatte Eon-Chef Johannes Teyssen mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen. Das neue Unternehmen wird den Namen Eon behalten.

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