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Europaparlament - EU stoppt Geoblocking im Online-Handel

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Wenn der Online-Kauf am Ende doch nicht klappt, könnte das am nationalen Geoblocking für Ausländer liegen. Doch damit soll jetzt Schluss sein, hat das EU-Parlament beschlossen.

Online-Shopping
Europaweites Online-Shopping wird jetzt einfacher. Quelle: imago/Westend61

Europaweites Shoppen im Internet wird nach einer Entscheidung des EU-Parlaments einfacher. Die Abgeordneten brachten am Dienstag mit großer Mehrheit eine weitgehende Verbannung des sogenannten Geoblockings im Online-Handel auf den Weg. Mit dieser Technik können Händler bislang ausländische Käufer generell von Angeboten ausschließen oder sie automatisch auf Webseiten mit höheren Preisen weiterleiten. Das geschieht zum Beispiel beim Ticketkauf, beim Buchen von Mietautos oder beim Bestellen von Gütern im Ausland.

Verordnung soll Ende des Jahres in Kraft treten

Die neue Regelung macht das künftig weitgehend unmöglich. Sie sieht außerdem vor, dass Kunden ihre Ware selbst abholen können, wenn ein Händler generell nicht ins Wunschland liefert. Voraussichtlich tritt die Verordnung bis Ende des Jahres in Kraft. Ausgenommen sind urheberrechtlich geschützte Güter wie E-Books oder CDs. Hier muss die EU-Kommission das Geoblocking aber innerhalb von zwei Jahren auf den Prüfstand stellen.

Worum geht es beim Geoblocking?

Verbraucherschützer: Der richtige Weg

Verbraucherschützer sehen die Rechte von Kunden deutlich gestärkt. Mit dem Gesetz würden die Rechte der Verbraucher im Binnenmarkt "erheblich gestärkt", sagt Johannes Kleis von der Europäischen Verbraucherzentrale BEUC. Aber Schwachpunkte blieben. "Die Tatsache, dass man in bestimmten Fällen die bestellten Güter nur im Land des Herstellers oder Lieferanten abholen kann, ist natürlich unbefriedigend." Darum sei es wichtig, dass die Reform das EU-Paketmarkts vorankommt. Das größte Ärgernis sei aber, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte außen vor bleiben. "Das macht aus Verbrauchersicht überhaupt keinen Sinn", sagt Kleis. Gerade Produkte wie CDs oder E-Books würden gerne online gekauft.

Dass so mancher Online-Händler sich bei ausländischen Kunden überhaupt quer stellt, liegt an den rechtlichen Klippen und Zusatzkosten. "Leider haben wir im Handel keine europäische Einigkeit, sondern müssen mit diversen Unterschieden leben", sagt dazu Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands Onlinehandel. Da seien zum Beispiel unterschiedlichen Steuersätze und hohe Versandkosten.

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