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Umfrage zu Zeitumstellung - EU-Bürger wollen nicht mehr an der Uhr drehen

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Nie mehr Zeitumstellung? Genau das wollen die meisten Teilnehmer einer EU-Umfrage. Das erfuhr das ZDF aus Kreisen des EU-Parlaments. Dort wächst wohl Unterstützung für das Votum.

Macht der Wechsel zwischen Sommerzeit und Winterzeit noch Sinn? Laut einer EU-Onlineumfrage sind die meisten der 4,6 Millionen Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung.

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Die Gegner der Zeitumstellung in Frühjahr und Herbst bekommen Rückenwind. Bei der Mitte August abgeschlossenen EU-Umfrage sprachen sich die meisten der 4,6 Millionen Teilnehmer für eine ganzjährige Sommerzeit aus. Das erfuhr das ZDF aus gut unterrichteten Kreisen des EU-Parlaments. Demnach sprachen sich mehr als 80 Prozent der Umfrage-Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Eine etwas schwächere Mehrheit entschied sich den Informationen zufolge für die dauerhafte Sommerzeit. Dabei kamen drei Millionen der 4,6 Millionen Antworten aus Deutschland.

Die EU-Kommission selbst wollte sich nicht dazu äußern. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte am Dienstagabend, die zuständige Kommissarin Violeta Bulc wolle zunächst ihre Kollegen über die Ergebnisse informieren. Dann werde die Kommission über die nächsten Schritte beraten. Dies werde einige Tage oder auch Wochen dauern, hieß es seitens der EU-Kommission gegenüber dem ZDF. Auch werde man noch wissenschaftliche Studien dazu heranziehen.

Abgeordneter: Große Sympathien im Parlament für Abschaffung

Für die Abschaffung der Zeitumstellung gebe es bei CDU und CSU im Europaparlament "große Sympathie", sagte der Chef der Unionsabgeordneten, Daniel Caspary. Sein Fraktionskollege Peter Liese sieht sogar im gesamten Parlament eine Mehrheit für die Abschaffung des Hin und Her zweimal im Jahr. Viele Bürger treibe das Thema einfach um, berichtete Liese. Dies gelte nicht nur für Deutschland. Immerhin hätten auch 1,6 Millionen Menschen aus anderen EU-Staaten an der Umfrage teilgenommen - dreimal so viel wie bei der bisher größten EU-Konsultation.

"Ein so eindeutiges Ergebnis dürfen die EU-Institutionen nicht ignorieren", sagte Liese weiter. "Die Europäische Kommission muss so schnell wie möglich einen Vorschlag für die Abschaffung der Zeitumstellung machen und Parlament und Ministerrat sollten ihn noch vor der Europawahl annehmen", forderte er. Der Rückhalt im Parlament sei klar, sagte Liese der dpa. Im Rat der Mitgliedstaaten sei die Lage nicht ganz so eindeutig, aber: "Ich sehe auch da keine Mehrheit gegen die Abschaffung."

Die EU-Kommission prüft derzeit im Auftrag des Europaparlaments, wie es mit der im EU-Recht geregelten Zeitumstellung weitergehen soll. Die Mitte August beendete Online-Umfrage sollte Hinweise geben. Es handelt sich aber aus Sicht der Kommission ausdrücklich nicht um ein Referendum oder eine verbindliche Vorgabe. Die Behörde hatte nach Ende der Konsultation zunächst nur die Teilnehmerzahl mitgeteilt, aber noch nichts zu Ergebnissen oder zur regionalen Verteilung der Teilnehmer gesagt.

Bei der Umfrage konnten Teilnehmer angeben, ob sie die Zeitumstellung weiter wünschen oder für eine Abschaffung plädieren. Das soll EU-weit einheitlich geregelt bleiben. Und sie konnten anklicken, ob im Fall der Fälle lieber dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten sollte. Diese Frage wiederum liegt im Ermessen der Mitgliedsstaaten.

Abgeordneter Caspary: Noch mehr Zeitunterschiede möglich

Caspary sagte, gegen eine Änderung der per EU-Richtlinie vorgeschriebenen Zeitumstellung könnte lediglich sprechen, dass eventuell nicht alle EU-Staaten dauerhaft die Sommerzeit einführen wollten. Dies könnte dann zu der ungünstigen Situation führen, dass es zwischen mehr EU-Ländern Zeitunterschiede gebe als derzeit. So hielte er es beispielsweise für nicht gut, wenn Belgien künftig eine andere Zeit hätte als Deutschland, sagte der CDU-Politiker.

Wenn die Zeitumstellung abgeschafft wird, welche Zeit sollte denn dann gelten: Sommer- oder Winterzeit?

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Sein Fraktionskollege Liese hält dies nicht für problematisch: "Wir haben in der EU ohnehin verschiedene Zeitzonen. Portugal hat eine andere Zeit als Spanien, und Finnland hat eine andere Zeit als Schweden. Daher wäre es kein Problem, wenn sich einige Mitgliedstaaten für die ständige Winterzeit und andere für die ständige Sommerzeit aussprechen", so Liese. Die Frage, ob man dauerhaft die Winterzeit (Mitteleuropäische Normalzeit) oder Sommerzeit einführen sollte, soll seiner Ansicht nach nicht europäisch, sondern national entschieden werden.

Eine eventuelle Gesetzesänderung wäre in seinen Augen sehr einfach. "Die Richtlinie, die die halbjährliche Zeitumstellung harmonisiert, besteht nur aus zwei Seiten. Eine Änderung wäre sehr leicht möglich. Technisch ist das kein Problem und der politische Wille sollte jetzt endlich da sein", so Liese.

DAK-Umfrage: Viele haben Probleme mit Zeitumstellung

In Deutschland hatten sich im Frühjahr bereits in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK 73 Prozent der Befragten gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Rund ein Viertel berichtete, schon einmal Probleme damit gehabt zu haben. Etliche Menschen leiden demnach nach dem Uhrendreh an Schlafstörungen. Zudem wurden Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit als Folgen angegeben.

Umstritten ist, ob die Zeitumstellung den Nutzen bringt, der ursprünglich erwartet wurde. So knipsen die Deutschen laut Umweltbundesamt zwar wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Energieeinsparungen sind damit nicht unbedingt gegeben.Genau dies war allerdings die Idee, als die Uhrenumstellung nach der Ölkrise in den 70er Jahren eingeführt wurde.

In Deutschland gibt es sie in der heutigen Form seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren einheitlich am letzten Sonntag im März eine Stunde vor - und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.

Was die heute.de-User zur Zeitumstellung meinen, sehen Sie hier bei unserer (nicht-repräsentativen) Umfrage:

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