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Grünes Licht unter Auflagen - EU: Bayer darf Monsanto übernehmen

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Die EU-Kommission hat dem Agrarchemiekonzern Bayer die geplante Übernahme des US-Rivalen Monsanto erlaubt - allerdings unter strengen Auflagen. Aber eine weitere Hürde bleibt.

Die EU-Kommission hat dem Chemiekonzern Bayer erlaubt, den US-Konkurrenten Monsanto zu übernehmen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller über den Zusammenschluss.

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Wichtiger Etappensieg für Bayer: Die EU-Kommission gab der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch den Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern grünes Licht. Die Unternehmen hätten durch Zugeständnisse mit einem Umfang von weit über sechs Milliarden Euro die "wettbewerbsrechtlichen Bedenken" ausräumen können, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die Kommission knüpfte ihre Genehmigung aber an Bedingungen: So muss Bayer eine Reihe von Geschäften abgeben, um Überschneidungen in den Bereichen "Saatgut, Pflanzenschutzmittel und digitale Landwirtschaft zu begegnen".

Bayer will Saatgut-Geschäft an BASF verkaufen

Bayer hat sich verpflichtet, fast sein gesamtes weltweites Geschäft für Saatgut und agronomische Merkmale, einschließlich der Forschung, an BASF zu verkaufen. Daneben sollen das Geschäft mit dem Pflanzenschutzmittel Glufosinat sowie drei wichtige Forschungsprogramme für Breitband-Unkraut-Vernichtungsmittel an den Chemiekonzern gehen.

Bayer befindet sich darüber hinaus mit BASF in exklusiven Gesprächen über eine Veräußerung seines Gemüsesaatgut-Geschäfts. Die Sparte hatte zuletzt einen Umsatz von 430 Millionen Euro pro Jahr. Auch diesem Verkauf muss die EU-Kommission aber noch zustimmen. Die Ludwigshafener sollen zudem eine Lizenz für die aktuellen und in Entwicklung befindlichen Produkte für die digitale Landwirtschaft von Bayer erhalten.

Erlaubnis der US-Wettbewerbshüter steht noch aus

Bayer hat beim größten Zukauf seiner Firmengeschichte mit dem Ja der EU-Kommission eine wichtige Hürde genommen. Noch steht aber die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA aus.

Der Leverkusener Konzern macht gut ein Viertel seines Umsatzes in seiner Agrarchemie-Sparte, 2017 kam Bayer hier auf Erlöse von 9,6 Milliarden Euro, dies vor allem mit Pflanzenschutzmitteln. Das Geschäft schwächelte zuletzt, die Nachfrage im wichtigen brasilianischen Markt brach ein. Der US-Konzern Monsanto aus Saint Louis im Bundesstaat Missouri kam mit seinen 20.000 Mitarbeitern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 14,6 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro) - hauptsächlich mit Saatgut.

Bayer würde mit der 62,5 Milliarden Dollar schweren Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen. Umweltschützer hatten die Kartellwächter dazu aufgefordert, die Übernahme zu untersagen. Sie fürchten eine Erhöhung der Abhängigkeit der Landwirte von wenigen Großkonzernen, einen vermehrten Einsatz von Chemikalien und eine Verringerung der Artenvielfalt.

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