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"Like"-Button: Urteil für mehr Verantwortung

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Kommentar - "Like"-Button: Urteil für mehr Verantwortung

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Websites, die Facebooks "Like"-Button einbinden, müssen künftig bei Nutzern eine Einwillung einholen, entschied der EuGH. Ein wichtiges Urteil für mehr Verantwortung im Netz.

Bild Logo von Facebook mit einem Daumen, der nach unten zeigt
Für Betreiber von Internetseiten mit einem integrierten "Gefällt mir"-Button von Facebook gelten künftig strengere Datenschutzvorgaben.

Konkret geht es im Datenschutz stets um die Frage: Wer hat die Macht über unsere Daten im Internet? Je mehr Informationen Unternehmen oder Institutionen über uns sammeln, umso genauer können sie unsere Persönlichkeit und Lebensumstände erfassen. Durch die Zusammenführung lassen sich zum Beispiel die politische Einstellung, persönliche Vorlieben oder sogar der Wohnort ableiten und damit Persönlichkeitsprofile bilden. Ohne verbindliche Grenzen entsteht der gläserne Bürger.

Ein wegweisendes und erforderliches Urteil

Der Europäische Gerichtshof hat am Montagmorgen ein Urteil gefällt, das sowohl wegweisend und erforderlich, als auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Interessenslagen ausgewogen erscheint. Unternehmen, die einen "Like"-Button einbinden und damit Daten an Facebook und Co. übertragen, tun dies, weil sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil daraus erhoffen. Denn die Zusammenarbeit mit Social-Media-Unternehmen zieht eine gezieltere und effektivere Werbung für die eigenen Produkte mit sich.

Facebook sichert dabei zu, dass die Datenerhebung und -verarbeitung rechtmäßig geschieht. Durch diese Versicherung zogen sich Webseitenbetreiber bis zu diesem Urteil aus der Verantwortung. Was mit den Daten geschah, war somit zweitrangig. Das wird zukünftig nicht mehr möglich sein.

Auch Online-Händler sind verantwortlich

Doch die Wirkkraft des Urteils geht weiter: Datenschutz ist ein notwendiges Mittel, um die Souveränität der Nutzerinnen und Nutzer im Internet zu gewährleisten. Dieses juristische Mittel muss jedoch auch in der Umsetzung Wirksamkeit entfalten. Dadurch, dass klargestellt ist, dass auch Online-Händler verantwortlich sind, müssen diese Unternehmen aufpassen. Wer weiter Plugins einsetzt, die ohne Einwilligung Daten weiterleiten, dem drohen hohe Bußgelder.

Und auch wenn die klassischen "Gefällt mir"-Buttons von einigen Unternehmen entfernt wurden - sind sie bei Weitem noch nicht aus dem Internet verschwunden. Viel wichtiger erscheint jedoch, dass auch für neue Technologien und für andere Plugins außerhalb des "Gefällt mir"-Buttons der neue Standard gilt, der durch das heutige Urteil gesetzt wurde.

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