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Serie Europeans' Corner - Maastricht: Dankbar für EU-Vorteile

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Mit unserer Europa-Ecke sind wir im niederländischen Maastricht, wo 1992 die EU gegründet wurde. In Hinblick auf dieses Erbe: Was halten die jungen Leute dort heute von der EU?

Mit der Europeans' Corner reist ZDF-Reporterin Greta Buschhaus durch Europa - und gibt jungen Menschen vor Ort eine Bühne, ihre Anliegen zur EU zu äußern. Dieses Mal im niederländischen Maastricht, wo 1992 die EU gegründet wurde.

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Auch in Maastricht nutzen viele junge Niederländer die Gelegenheit, um auf unserem "europäischen Schemel" ihre Meinung zur EU zu äußern. Jeder, den wir fragen, ist in einem geeinten Europa aufgewachsen. Die Europäische Union ist für die Menschen beinahe eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem sind sie dankbar für die Vorteile, die die Union ihnen brachte und können diese auch klar benennen: Reisen und Studieren innerhalb der ganzen EU, ohne bürokratische Hürden. Viele junge Leute in Maastricht haben davon Gebrauch gemacht, die Grenzenlosigkeit erscheint vielen gerade in dieser Grenzstadt von Vorteil.

Distanz zur EU-Führung

Hannah Grijns, eine Studentin aus Maastricht, erzählt von ihren Freunden in Belgien, die sie nahezu mühelos treffen kann: "Es ist einfach immer noch eine wahnsinnige Idee, dass man so einfach in andere Länder reisen und dort studieren kann - ohne großen Aufwand!" Gleichzeitig wird die gefühlte Distanz zur EU-Führung immer wieder kritisiert - das Gefühl, nichts verändern zu können, obwohl man in der Geburtsstadt der europäischen Union lebt.

Hannah Grijns
Hannah Grijns
Quelle: ZDF

Lars Jongerius ist niederländischer Kandidat der paneuropäischen Partei Volt. 2017 wurde sie von jungen Europäern gegründet, aus Frustration über gegenwärtige EU-Politik. Lars Jongerius und seine Partei stehen für einen gesamteuropäischen Ansatz bei den großen Themen wie Klimawandel, Migration oder Digitalisierung. Sie gilt als größte europäische Jugendpartei und ist in acht europäischen Ländern für die kommende Europawahl gelistet. In den Niederlanden hat Volt mittlerweile 3.200 Mitglieder. "Europa hat über Jahre Frieden und Wohlstand gebracht", so Jongerius. "Aber jetzt ist es an der Zeit, neue Probleme wie beispielsweise den Klimawandel zu lösen. Dazu müssen wir die EU demokratischer machen - und sicherstellen, dass sie genügend Autorität hat, diese Probleme zu lösen."

Lars Jongerius
Lars Jongerius
Quelle: ZDF

Von der Wirtschafts- zur politischen Gemeinschaft

In Maastricht wurde 1992 aus einer bestehenden Wirtschaftsgemeinschaft - der Europäischen Gemeinschaft (EG) - eine politische Union, die EU von heute, in ihren Grundzügen geschaffen. Hier beschlossen zwölf teilnehmende EG-Staaten eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres sowie eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. So wollen sie bei internationalen Krisen schneller agieren und sich beispielsweise in Sachen Asylpolitik und Kriminalitätsbekämpfung schneller absprechen können.

In Maastricht treffen wir auch junge Leute, denen dieser Schritt vor 27 Jahren zu schnell ging, wie Patrick Veugen. Er moniert eine mangelnde Solidarität unter den europäischen Staaten. "Ich habe das Gefühl, dass es nicht genug Solidarität zwischen den EU-Ländern und -Bürgern gibt, wie das zum Beispiel bei den Amerikanern der Fall ist. Ich finde es sehr wichtig, erst so eine Basis zu schaffen, dass die Länder solidarisch mit anderen EU-Ländern bleiben, auch wenn sie nicht direkt davon profitieren."

Patrick Veugen
Patrick Veugen
Quelle: ZDF

Zukunft Europas aktiv mitgestalten

"European Studies" ist ein international renommierter Studiengang der Universität Maastricht. Studenten aus der ganzen Welt lernen hier über die Geschichte der EU und diskutieren ihren gegenwärtigen Zustand. Auch die Einführung des Euros wird von den Studierenden diskutiert. Ein Teil kritisiert, dass viele Länder nicht richtig auf den Euro vorbereitet waren und dies letztlich in der Eurokrise resultierte. Student Patrick Veugen plädiert deshalb für eine Verlangsamung der europäischen Integration.

Bei unserer Straßenumfrage in der Geburtsstadt der Europäischen Union haben wir keine jungen Menschen gefunden, die den Staatenverbund komplett ablehnen. Aber auch keine, die den gegenwärtigen Zustand der EU kritiklos akzeptieren. Vielmehr haben sich viele auf die Fahne geschrieben, die Zukunft Europas aktiv mitgestalten zu wollen.

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