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Prägende Figur der FDP - Ex-Außenminister Klaus Kinkel ist tot

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Er war eine der prägenden Figuren der Liberalen in den 90er Jahren: Der frühere Außenminister und Ex-FDP-Chef Klaus Kinkel ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Klaus Kinkel (FDP) - (Archivbild vom 12.11.2014)
Klaus Kinkel 2014: Viele Jahre nach seinem Rückzug aus der Politik blickte er mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Politik.
Quelle: pa/dpa-bildfunk

Dass Kinkel im Alter von 82 Jahren gestorben ist, teilte FDP-Chef Christian Lindner unter Berufung auf dessen Familie mit. Die Beisetzung soll auf Kinkels Wunsch im engsten Kreis stattfinden.

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Kinkel war in der Ära der schwarz-gelben Koalition unter Helmut Kohl und besonders nach Mauerfall und Wiedervereinigung eine der prägenden Figuren in der FDP. Nach der ersten gesamtdeutschen Wahl wurde er 1991 zunächst Bundesjustizminister und dann 1992, nach dem Rücktritt von Hans-Dietrich Genscher, Außenminister. Dieses Amt bekleidete er bis zum Ende der Regierung Kohl 1998. Zwischen 1993 und 1995 war Kinkel zudem Bundesvorsitzender der FDP.

Nachruf auf Klaus Kinkel: Genschers politischer Ziehsohn und dessen Nachfolger als prägendes Gesicht der FDP in den 90er Jahren.

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BND-Präsident, Minister, Rechtsanwalt

In die Partei war er erst 1991 eingetreten, eine politisch bedeutende Figur war Kinkel aber schon in den 70er Jahren. Zwischen 1970 und 1974 war er persönlicher Referent Genschers und ab 1974, als dieser in der sozialliberalen Koalition unter Helmut Schmidt Außenminister wurde, auf leitenden Funktionen im Auswärtigen Amt. Von 1979 bis 1982 war Kinkel Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Nachdem die FDP maßgeblich die Ablösung des SPD-Kanzlers Schmidt durch Kohl und den Wechsel von der rot-gelben zur schwarz-gelben ermöglicht hat, wurde Kinkel von 1982 bis 1991 Staatssekretär im Justizministerium. Darauf folgten die kurze Zeit als Justizminister und die lange Amtszeit als Außenminister.

Einsatz für Menschen mit Behinderung

Mit dem Regierungswechsel nach der Bundestagswahl 1998 zog sich der promovierte Jurist aus der Politik zurück, war als Rechtsanwalt tätig und engagierte sich in zahlreichen sozialen Projekten für die Belange von Menschen mit Behinderung. Unter anderem war er 2006 "Botschafter" für die Fußball-Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung.

Der gebürtige Baden-Württemberger wohnte und arbeitete nach dem Rückzug aus der Politik in der Nähe von Bonn. Erst im vergangenen Jahr bekannte der frühere Außenminister in mehreren Interviews, dass er froh sei, heutzutage keine politische Verantwortung mehr zu tragen. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte er: "1990 haben wir gedacht, dass sich die Welt mit dem Ende des Ost-West-Konflikts positiv verändern würde. Es ist leider Gottes anders gekommen. Wir erleben eine Welt in Unordnung. Wer heute politische Verantwortung trägt, hat es schwerer, als wir es damals hatten."

Klaus Kinkel (FDP) - (Archivbild 1998)
1998, mit der Niederlage Kohls bei der Bundestagswahl, zog sich Kinkel aus der aktiven Politik zurück.
Quelle: imago

Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte im ZDF hatte Kinkel im heute journal am 16. Juni 2017 - dem Todestag von Helmut Kohl. Im Gespräch mit Claus Kleber äußerte sich Kinkel damals über den ehemaligen Bundeskanzler - und dabei aber auch über seine eigenen politischen Erfahrungen:

Als er Helmut Kohl kennenlernte, sei Kohl "außenpolitisch unbeleckt" gewesen, sagt Ex-Außenminister Klaus Kinkel. Der Kanzler habe jedoch sehr schnell gelernt und sich zum "Meister des Gesprächs mit ausländischen Regierungsvertretern" entwickelt.

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Auch der heutige Außenminister Heiko Maas würdigt seinen verstorbenen Vorgänger per Tweet:

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