Sie sind hier:

Oberster Ermittler - Ex-Generalbundesanwalt Range gestorben

Datum:

Der ehemalige Generalbundesanwalt Harald Range ist tot. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums dem ZDF. Fast sechs Jahre war Range Deutschlands Chefermittler.

Ehemaliger Generalbundesanwalte Harald Range am 04.06.2014 in Karlsruhe
Ehemaliger Generalbundesanwalte Harald Range am 04.06.2014 in Karlsruhe
Quelle: dpa

Harald Range wurde im November 2011 von der damaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ins Amt des Generalbundesanwaltes geholt. Er folgte Monika Harms. Eigentlich galt er nur als Ersatzmann, aber der zurückhaltende und höfliche Jurist überzeugte zunächst durch konsequentes Vorgehen: In der Mordserie des Terrortrios "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) klagte er die einzige Überlebende der drei, Beate Zschäpe, wegen Mordes an - und nicht nur wegen Beihilfe. Auch die 1982 eingestellten Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat in München nahm die Behörde unter seiner Ägide wieder auf. Außerdem setzte er sich für eine stärkere Bund-Länder-Zusammenarbeit bei der Bekämpfung gewalttätiger Rechtsextremisten ein.

Kritik wegen Kurs in NSA-Affäre

Range war ein erfahrener Strafverfolger. Vor seinem Karlsruher Amt war er Generalstaatsanwalt in Celle. Und so zeigte sich der gebürtige Göttinger konsequent bei der Verfolgung islamistischer Terroristen, zog Ermittlungen an sich, wo es angesagt war, und klagte Bombenbauer sowie Syrien-Rückkehrer an.

Doch die Bundesanwaltschaft ist auch für Spionage zuständig. Hier versagte Range aus Sicht der Öffentlichkeit bei Ermittlungen gegen den US-Geheimdienst NSA, der die deutsche Bevölkerung samt Regierung ausspioniert hatte. Range erklärte zwar immer geduldig die juristischen Gründe für sein Untätigbleiben - so richtig überzeugen konnte das nur Wenige. Aber sein Arbeitsmotto war "Genauigkeit und Sorgfalt".

Aus wegen Netzpolitik.org

Dann leitete er die Ermittlungen wegen Landesverrats gegen Journalisten des Blogs Netzpolitik.org ein. Ihm wurde unterstellt, Journalisten einschüchtern zu wollen. Das kann Range, für den die Einhaltung der Grundrechte wichtig war, zwar kaum unterstellt werden. Doch seine Erklärungen gingen in der hochkochenden Affäre unter.

"Die Aufgabe hat mich gereizt", sagte Range in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" einmal. Wohl deswegen ging er nicht mit 65 Jahren in den Ruhestand, sondern verlängerte sein Amt bis zum 68. Lebensjahr. Im Februar 2016 wäre offiziell Schluss gewesen, wegen der Affäre um Netzpolitik.org versetzte der damalige Justizminister Heiko Maas Range jedoch schon im August 2015 in den einstweiligen Ruhestand.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.