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Ex-Manager von France Télécom verurteilt

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Prozess um Suizidserie - Ex-Manager von France Télécom verurteilt

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Vor etwa zehn Jahre gab es eine Welle von Selbstmorden beim früheren Staatsunternehmen France Télécom. Nun ist der damalige Konzernchef Lombard wegen Mobbings verurteilt worden.

Didier Lombard
Didier Lombard, ehemaliger CEO von France Télécom
Quelle: AP

In einem bisher beispiellosen Prozess gegen den französischen Telekommunikationsriesen France Télécom sind mehrere ehemalige Manager der Firma wegen Mobbing-Vorwürfen verurteilt worden.

Haft- und Geldstrafe gegen den CEO

Ein Gericht in Paris verurteilte den ehemaligen CEO Didier Lombard zu einem Jahr Gefängnis, davon acht Monate auf Bewährung, wie der Sender Franceinfo berichtete. Lombard habe sich während eines großangelegten Unternehmensumbaus nach der Privatisierung des französischen Telekom-Riesen der "moralischen Belästigung" schuldig gemacht, entschied das Gericht.

In dem Prozess ging es unter anderem um eine Suizid-Serie von Mitarbeitern. Lombard soll außerdem eine Geldstrafe von 15.000 Euro zahlen. Lombard hat jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen. Der 77-Jährige hat nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP Berufung eingelegt.

Erstmals ein Konzern und Führungspersonal wegen Mobbings vor Gericht

Zwei weitere Ex-Manager wurden ebenfalls zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Unternehmen, das 2013 in Orange umbenannt wurde, soll die Höchststrafe von 75.000 Euro zahlen. In Frankreich standen damit zum ersten Mal ein Konzern und dessen Führungspersonal wegen Mobbings vor Gericht. Auch wenn eine solche Summe für ein Unternehmen dieser Größe wenig Bedeutung haben dürfte, könnte das Urteil als Präzedenzfall für ähnliche Klagen über Frankreich hinaus hohe Wellen schlagen.

Ermittlern zufolge kam es von April 2008 bis Juni 2010 in der Belegschaft zu mindestens 18 Selbstmorden und 13 Suizid-Versuchen. Bei dem Unternehmen habe ein "Management durch Terror" geherrscht, schrieb ein Mitarbeiter Medien zufolge in seinem Abschiedsbrief. Mit Druck und Zwangsversetzungen sollen die ehemaligen Manager versucht haben, einen nötigen Stellenabbau auf die Angestellten zu übertragen, so die Vorwürfe. France Télécom hatte mehrere Tausend Stellen gestrichen.

Da die französischen Arbeitnehmerrechte aber sehr stark sind und hohe Abfindungen vorgesehen hätten, seien andere Methoden angewendet worden, um Angestellte aus der Firma zu ekeln. Die Beschuldigten bestritten die Vorwürfe.

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