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Ex-Nationaltorwart - René Adler beendet Karriere

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Der ehemalige Nationaltorwart René Adler beendet seine Karriere. "Mein Körper hat genug gelitten", sagte der 34-jährige Profi des FSV Mainz 05.

René Adler will seine Erfahrung an das junge Mainzer Team weitergeben
René Adler spielte zuletzt für den FSV Mainz 05.
Quelle: imago/Thomas Frey

Nur gut einen Monat war René Adler noch von seiner ersten WM-Teilnahme als deutscher Stammtorhüter entfernt, dann streikte mal wieder der Körper. Das Endturnier in Südafrika 2010 sah er vom Fernseher aus. Es folgten Schmerzen, weitere Verletzungen und tiefe Formkrisen. Sein Rivale Manuel Neuer wurde später Welttorhüter, Weltmeister und Champions-League-Sieger, Adler kehrte nie mehr als Stammkeeper in die DFB-Elf zurück. Nun erklärte der 34-Jährige vom FSV Mainz 05 das Ende seiner Laufbahn, die so von Verletzungen geprägt war wie wenige andere.

"Das Vertrauen in den Körper ist einfach nicht mehr da, es macht deshalb keinen Sinn mehr, darum höre ich nun auf", sagte Adler dem "Stern". Das letzte Bundesligaspiel bestritt Adler am 29. April 2018 beim 3:0-Heimsieg seines Vereins gegen RB Leipzig, bevor ihn eine schwere Knorpelverletzung im Knie außer Gefecht setzte.

"Mein Körper hat genug gelitten", sagt Adler mit Blick auf seine gesamte Laufbahn. Insgesamt absolvierte der gebürtige Leipziger 269 Bundesligaspiele für Mainz, den Hamburger SV und Leverkusen.

Lange Krankenakte

Die Krankenakte des Torhüters ist voller Einträge. Finger,  Schultern, Rippen, Patellasehne, Bauchmuskel, Sprunggelenk, Bandscheibenvorfall, Hüfte, Adduktoren: Es gibt fast nichts, was Adler in seinen Profijahren zwischen 2007 und 2019 nicht hatte. Sollte er sich wieder heranquälen? Das war mit 34 Jahren keine Option mehr: "Es war ein mentaler Kraftakt. Ich habe dafür einen hohen Preis bezahlt."

Sein Verein Mainz 05 würdigte die Verdienste des Spielers. Sport-Vorstand Rouven Schröder sagte den Zeitungen der VRM: "Er wird allen als herausragender Torwart und exzellenter Charakter und Mensch in Erinnerung bleiben. Ein Vorbild für jeden jungen Torwart." Auch Trainer Sandro Schwarz adelte Adler als "absoluten Vollprofi" und fügte an: "Ich ziehe den Hut vor Renés Karriere."

Einst eines der größten Torwarttalente Deutschlands

In jungen Jahren galt er als eines der größten Torwarttalente in Deutschland. Adler verdrängte Hans Jörg Butt aus dem Tor von Bayer Leverkusen und wurde nach dem Ende der Ära von Oliver Kahn und Jens Lehmann zur neuen Nummer eins unter Bundestrainer Joachim Löw. Doch zwölf Länderspielen und 269 Bundesligapartien zum Trotz ist Adlers Karriere eine Unvollendete.

"Meine Ängste und Zweifel waren meine größten Treiber. Aber sie haben mich auch daran gehindert, alles aus meinem Talent rauszuholen. Meine Erwartung war höher", sagte der Torhüter. Man benötigt nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass der auf der Linie überragende Adler ohne seine ständigen Verletzungen und als Torhüter bei der Südafrika-WM gute Chancen gehabt hätte, langfristig im DFB-Tor zu bleiben - und nicht sein Rivale Neuer.

"Ich bin davon überzeugt, dass mein Körper damals mit den Verletzungen darauf reagiert hat, dass ich mir zusätzlich zu diesem Druck von außen auch selbst einen immensen innerlichen Druck gemacht habe. Der Rippenbruch im Frühjahr 2010 war das Stoppschild meines Körpers", sagte Adler.

Nach der WM machte er 2013 noch einmal zwei Länderspiele, lief in der Bundesliga für den Hamburger SV und Mainz auf. Bei den 05ern erlebte er in Robin Zentner und Florian Müller zuletzt zwei starke Widersacher, die ihn in der Vorsaison immer mehr herausforderten. Zu alter Klasse fand Adler nicht mehr zurück.

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