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Experte zu Boeing-Bericht: "Wir sind so klug als wie zuvor"

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Ehtiopian-Absturz - Experte zu Boeing-Bericht: "Wir sind so klug als wie zuvor"

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Die Crew der abgestürzten Boeing hat alle Vorschriften eingehalten, so der jüngste Bericht. Experte Großbongardt bezeichnet die Veröffentlichung dennoch im ZDF als ungewöhnlich.

Die Besatzung der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max hat alle vom Hersteller vorgesehenen Vorgaben befolgt, konnte das Flugzeug aber nicht unter Kontrolle bringen. Dies ergab ein vorläufiger Untersuchungsbericht zu dem Unglück vom 10. März, wie die äthiopische Transportministerin Dagmawit Moges in Addis Abeba sagte. Bei dem Absturz der Maschine der Ethiopian Airlines kamen alle 157 Menschen an Bord ums Leben.

Luftfahrtexperte: "Sehr undurchsichtig"

Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt, der früher Sprecher von Boeing-Deutschland war, hat die Umstände des Berichts aus Äthiopien im ZDF als sehr ungewöhnlich bezeichnet. Für seine Einschätzung wählte er das Faust-Zitat "wir sind so klug als wie zuvor". Es gehöre zum Standard, dass diese Berichte öffentlich gemacht würden, und der aus Äthiopien bleibe weiter unter Verschluss. "Dass die Äthiopier, entgegen aller internationalen Gepflogenheiten, diesen Zwischenbericht nicht veröffentlicht haben, finde ich schon sehr merkwürdig."

Auch bezeichnete Großbongardt die Tatsache, dass die Software durch Boeing noch mehrere Wochen überarbeitet werde, als "sehr undurchsichtig". Wenn man die Aussagen von Boeing richtig interpretiere, dann werde es mindestens Mai, bis die Maschinen des Typs 737 Max wieder in die Luft kämen. Seiner Meinung nach könne das sogar noch länger dauern, "aber das wird natürlich auch immer teurer für das Unternehmen".

Nase der Maschine nach unten gedrückt?

Die Ermittler haben Anzeichen dafür gefunden, dass die Nase der Maschine nach unten gedrückt wurde, sagte Dagmawit. Man empfehle dem Hersteller, dass das Flugsteuerungssystem untersucht werde. Auch sollten Luftfahrtbehörden dieses System untersuchen, bevor die Maschine des Typs wieder fliegen könnte. Der Absturz unweit von Addis Abeba hat den US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing und die US-Luftfahrtbehörde FAA stark unter Druck gebracht.

Im Fokus steht vor allem eine umstrittene Steuerungssoftware, die bereits beim Crash einer baugleichen Boeing in Indonesien als eine mögliche Ursache gilt, bei dem Ende Oktober 189 Menschen starben. Unfallermittler gingen bei dem Crash davon aus, dass die eigens von Boeing für die neue Flugzeugreihe 737 Max entwickelte Steuerungssoftware MCAS ein wichtiger Auslöser des Unglücks gewesen sein könnte. Der Bordcomputer soll die Nase der Lion-Air-Maschine automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Crew gegenzusteuern versuchte.

Massiv in der Kritik

Nicht nur Boeing, auch die FAA steht nach den beiden Abstürzen massiv in der Kritik. Die Behörde wird verdächtigt, bei der Zertifizierung der 737 Max ein Auge zugedrückt zu haben, wichtige Teile der Sicherheitsprüfungen wurden dem Konzern selbst überlassen.

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