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Autobombe explodiert in Mogadischu: Viele Tote

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Somalias Hauptstadt - Autobombe explodiert in Mogadischu: Viele Tote

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In Somalias Hauptstadt Mogadischu ist eine Autobombe explodiert. Bei dem Anschlag in einem belebten Viertel wurden fast 100 Menschen getötet.

Mindestens 90 Menschen sind bei einem Anschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu ums Leben gekommen. Der Sprengstoff war offenbar in einem LKW versteckt worden.

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Bei einem schweren Autobombenanschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind am Samstag fast 100 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 125 weitere Personen seien verletzt worden, sagte der Direktor des Ambulanzdienstes Aamin, Abdiqadir Abdulrahman.

"Wir haben mittlerweile fast 100 Menschen, die bei diesem schrecklichen Attacke getötet wurden", sagte Polizeioffizier Ahmed Bas, die Zahl der Toten stiege ständig. Bis zum Mittag seien allein ins städtische Medina-Krankenhaus 73 Tote und Dutzende Verwundete gebracht worden, sagte der Leiter des städtischen Medina-Hospitals, Mohamed Yusuf. Aus dem Dahir-Elmi-at-Shafi-Hospital wurden acht Tote und Dutzende Verwundete gemeldet.

Bild der Verwüstung

Ein Lastwagen sei an einer Zahlstelle für Vignetten am südwestlichen Rand der Hauptstadt explodiert, hieß es in lokalen Berichten. Der Anschlag habe einer Einrichtung gegolten, die Steuern eintreibe, teilte ein Sicherheitsbediensteter mit. Getötet worden seien hauptsächlich Studierende und Schüler, die sich auf dem Weg zu ihren Bildungseinrichtungen befunden hätten, sagte der Bürgermeister Omar Mohamud Mohamed am Tatort.

Augenzeugen sprachen von einem Bild der Verwüstung, nachdem ein nach ersten Erkenntnissen mit Sprengstoff beladener Lastwagen an einem Kontrollpunkt in die Luft flog. Über Mogadischu stieg eine große Rauchwolke auf. Nach Angaben eines anderen Polizeisprechers wurden durch die schwere Explosion am frühen Morgen auch zwei Minibusse mit Schulkindern an Bord schwer beschädigt. Augenzeugen berichteten von aufgerissenen Karosserien.

Laut Außenminister waren zwei türkische Brüder unter den Toten. Sie befanden sich mit ihrem Leibwächter in ihrem Geländewagen, als der Lastwagen in die Luft flog. Nach vorläufigen Angaben handelt es sich um Ingenieure, die an der Renovierung der Straßenverbindung zwischen Mogadischu und dem Ort Afgoye beteiligt waren.

Der Sprecher des Informationsministeriums, Ismael Mukhtar, sprach gegenüber dem lokalen Nachrichtenportal Garowe von einem dunklen Moment für Mogadischu und von einem beispiellosen Angriff. Der Anschlag gilt als einer der der schwersten in dem Land am Horn von Afrika. Im Oktober 2017 waren beim bislang schlimmsten Anschlag 587 Menschen getötet worden. Auch damals bekannte sich niemand zu dem Terrorakt.

EU und Russland verurteilen den Anschlag

Sowohl die Europäische Union (EU) wie auch Russland verurteilten den "barbarischen Anschlag". Der blutige Angriff von Extremisten habe offenbar darauf abgezielt, die Lage in Somalia zu destabilisieren, erklärte das Außenministerium in Moskau. Russland werde die Regierung Somalias weiterhin bei ihren Bestrebungen um eine Aussöhnung des Landes und bei den Vorbereitungen von Wahlen unterstützten.

"Unsere Haltung ist klar", betonte EU Ratspräsident Charles Michel über den Kurznachrichtendienst Twitter, "Europa wird Afrika im Kampf gegen den Terrorismus weiter unterstützen."

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Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo rief die Bevölkerung zum Zusammenhalt beim Kampf gegen "die Feinde der Menschenwürde" auf und erklärte: "Das einzige Ziel, das die Terroristen in unserem Land entwickelt haben, ist das wahllose Töten unschuldiger Menschen."

Al-Shabaab hinter dem Anschlag vermutet

Regierungssprecher Mukhtar Omar geht davon aus, dass sich die Opferbilanz angesichts der Wucht der Detonation weiter erhöhen dürfte. "Die Gegend war voller Menschen, die zur Schule oder zum Einkaufen in die Stadt fuhren, als sich der schreckliche Anschlag ereignete." Obwohl es zunächst keine Bekennerschreiben gab, wird hinter dem Anschlag die terroristische Al-Shabaab vermutet.

Karte von Somalia mit der Hauptstadt Mogadischu
Der Anschlag ereignete sich in Somalias Hauptstadt Mogadischu.
Quelle: ZDF

Die radikal-islamische Al-Shabaab kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum Somalias und verüben immer wieder Anschläge. Die US-Streitkräfte unterstützen die Regierung im Kampf gegen die Gruppe mit Luftangriffen und bilden Soldaten aus. Zudem leistet eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) Unterstützung.

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