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Zu wenig Regen und reihenweise Hitzerekorde

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Bilanz des Sommers 2019 - Zu wenig Regen und reihenweise Hitzerekorde

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Viel Sonne, wenig Niederschlag: So könnte man den drittwärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 zusammenfassen. Hinzu kamen einige Hitzerekorde.

Die Sonne geht hinter der Teufelsmühle am 25.07.2019 in Warnstedt auf
Quelle: dpa

Eines ist klar: Das Wetter verändert sich, die Jahreszeiten verändern sich, die Klimakrise hinterlässt überall ihre Spuren. Man kann die Veränderungen mittlerweile am eigenen Leib erfahren, so wie es die Klimawissenschaftler vor Jahrzehnten vorhergesagt haben.

Heißester Juni seit Beginn der Aufzeichnungen

Der Sommer 2019 war schon wieder extrem warm. Seit 1881 war es nur zweimal heißer: 2018 und 2003. Somit landet 2019 auf Platz drei der heißesten Sommer. Hier wird allerdings noch etwas Anderes deutlich: Die drei wärmsten Sommer sind in diesem Jahrhundert zu finden.

Zudem wurde der wärmste Monat seit Aufzeichnungsbeginn in diesem Jahr verzeichnet. Der diesjährige Juni ist der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen und auch der Höchstwert für einen Junimonat wurde übertroffen.

Hitzerekorde werden pulverisiert

Es folgte ein Juli, der ebenfalls zu warm war und während einer extremen Hitzewelle wurde der bisherige nationale Hitzerekord pulverisiert. Der alte Hitzerekord lag bis dahin bei 40,3°C - gemessen am 5. Juli und 7. August 2015.

Während der Hitzewelle vom 24. bis 26. Juli wurde jeden Tag der Wert von 40 Grad überschritten. Noch markanter, die bis dahin höchste Temperatur von 40,3 Grad verzeichneten gleich 14 Messstationen.

Mit der extrem warmen Luftmasse, die Deutschland auf der Vorderseite eines nahezu stationären Tiefs erreichte, stellte sich ein neuer Rekord ein, der um ganze 2,3 Grad über dem alten lag. Nach diesem Sommer gilt nun der neue absolute Maximalwert für Deutschland von 42,6°C, gemessen in Lingen (Ems).

Dürre verschärft sich

Der Sommer war nicht nur extrem warm, auch die Dürre aus dem vergangenen Jahr konnte nicht ausgeglichen werden. Nicht nur der Sommer war zu trocken, im gesamten Jahr 2018 fiel zu wenig Regen. Somit hätte es überdurchschnittlich viel regnen müssen und das flächendeckend. Das passierte nicht. Die Dürre verschärfte sich so erheblich.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen waren die Bodenfeuchten seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1961 noch nie so niedrig wie im Sommer 2019. Dies wirkt sich insbesondere auf die Getreideernte und die Wälder in Deutschland aus.

Klima wirkt sich immer stärker auf das Wetter aus

Die Erde erwärmt sich immer stärker. Das wirkt sich zunehmend auf das Gleichgewicht in der Natur aus. Während lokale Effekte durch die Klimakrise verschieden ausfallen können, verlief der Juli global betrachtet ähnlich.

Laut Nasa und Copernicus ist der Juli 2019 global gesehen bisher der wärmste Monat. In diesem Jahr ist die saisonale Schmelze in der Arktis besonders stark.

Langfristig wirkt das sich das auf den Jetstream in der Atmosphäre aus. Auch in diesem Sommer schlugen die Wellen in diesem Starkwindband viel stärker aus. So kam es zu Tiefs im Westen Europas, die sich kaum bewegten und heiße Luftmassen weit bis in den Norden Deutschlands transportierten. Demgegenüber stand kräftiger Hochdruckeinfluss.

Und so konnte sich die Luft weiter aufheizen. Das veränderte Klima wirkt sich immer stärker auf das Wetter aus - Tendenz weiter zunehmend.

Özden Terli ist Meteorologe in der ZDF-Wetterredaktion.

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