Sie sind hier:

EZB lässt Geldpolitik unverändert - Der Leitzins bleibt bei null Prozent

Datum:

Die Europäische Zentralbank (EZB) verändert ihren geldpolitischen Kurs vorerst nicht - der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Wann der Kurs wieder angehoben wird, lässt Notenbank-Präsident Mario Draghi bisher offen.

Die Europäische Zentralbank führt weiterhin das billionenschwere Anleihe-Kauf-Programm fort und hält auch am Leitzins von 0 Prozent fest. Das entschied heute ein Gremium in Frankfurt am Main. ZDF-Expertin Sina Mainitz erklärt die Auswirkungen an der …

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erwartungsgemäß ihre Leitzinsen nicht angetastet. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibe bei 0,0 Prozent, teilten die Euro-Wächter in Frankfurt mit.

Leitzins bleibt bei 0,0 Prozent

Parken Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank, kostet das die Institute weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen. Zudem steckt die EZB noch bis mindestens Ende Dezember 2017 Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Diesen Kurs bekräftigte das höchste Entscheidungsgremium der EZB. Die EZB hält sich weiterhin auch die Möglichkeit einer Anhebung des Volumens ihrer milliardenschweren monatlichen Wertpapierkäufe offen. Beobachter hofften, dass Notenbank-Präsident Mario Draghi am Nachmittag zumindest Andeutungen zu einem Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik machen würde.

Anfang Juni hatte die EZB erste vorsichtige Hinweise gegeben: Die Wachstumsrisiken für den Euroraum seien "weitgehend ausgeglichen" statt "abwärtsgerichtet", sagte Draghi. Zudem strich die EZB die Passage zu möglichen weiteren Zinssenkungen. Nach der Juli-Sitzung des EZB-Rates hatte Draghi angekündigt, das Gremium werde ab Herbst über mögliche Kursänderungen diskutieren - auf Grundlage der neuesten Prognosen zur Entwicklung von Konjunktur und Inflation im Euroraum. Volkswirte erwarten, dass die EZB 2018 schrittweise erst das Anleihenkaufprogramm ("Quantitative Easing"/QE) zurückfahren wird - auch weil das Angebot knapp wird. Erst danach - womöglich erst 2019 - dürfte die Notenbank die Zinsen allmählich wieder anheben.

Viel Geld für Konjunktur

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen. Im August lagen die Verbraucherpreise im Euroraum um 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt, blieb bei 1,2 Prozent.

Weil die Zeiten einer Inflationsrate nahe Null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Sparer bekommen kaum noch Zinsen, Banken tun sich mit dem Geldverdienen schwer. Allerdings profitieren auf der anderen Seite Kreditnehmer von günstigen Konditionen.

Erschwert wird das weitere Vorgehen der EZB durch die jüngste Aufwertung des Euro: Das Erstarken der Gemeinschaftswährung verteuert Produkte europäischer Firmen auf den Weltmärkten tendenziell. Das könnte in der Folge die Exporte aus dem Euroraum und damit das hiesige Wirtschaftswachstum dämpfen. Zugleich werden Einfuhren aus anderen Währungsräumen günstiger, was die Inflation drückt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.