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Fabiano Caruana bei Schach-WM - Mr. Selbstkontrolle fordert Carlsen heraus

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Die Schach-WM kann kommen. Wissenschaft gegen Emotion: Fabiano Caruana wird Schach-Weltmeister Magnus Carlsen zum Kampf herausfodern. Der Amerikaner gilt als Mr. Selbstkontrolle.

Der erst 25-jährige amerikanische Schachspieler Fabiano Caruana gewinnt das Kandidatenturnier in Berlin. Im November fordert er nun WM-Titelverteidiger Magnus Carlsen heraus.

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In Berlin-Kreuzberg waren zuletzt die Tage lang. Eine Schachpartie kann schon mal sechs Stunden dauern. Im Kühlhaus haben acht Weltklasse-Spieler um das Recht gekämpft, Weltmeister Magnus Carlsen herausfordern zu dürfen.

Fabiano Caruana hat sich durchgesetzt. In der letzten Runde besiegte der Amerikaner den Russen Alexander Grischuk und sicherte sich mit 9,0 Punkten aus 14 Partien den ersten Platz. "Ich spiele weniger intuitiv als andere Top-Spieler", sagt Caruana im ZDF-Interview. Er gehe lieber die verschiedenen Variationen druch. "Den besten Zug finde ich nicht mit Hilfe meines Gefühls. Ich gehe ein Spiel eher vom wissenschaftlichen Standpunkt her an", erklärt er.

Caruana tritt gegen Magnus Carlsen an

Caruana ist auf dem Weg ein ganz Großer zu werden. Für den 25-jährigen ist der Sieg beim Kandidatenturnier der größte Erfolg seiner Karriere. Der für die USA startende Großmeister mit italienischen Wurzeln verbesserte sich durch seinen Erfolg in Berlin auf Platz drei der Weltrangliste.

Nach Robert James "Bobby" Fischer im Jahr 1972 ist er der erste Amerikaner, der um die WM-Krone kämpfen darf. Caruana tritt gegen den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen an. In der Bilanz zwischen Carlsen und Caruana liegt der Norweger nur leicht vorne.

"Er ist zwar der beste Schachspieler der Welt und einer der Größten aller Zeiten, aber auch er macht Fehler", sagt Caruana. "Er ist immer noch ein Mensch und man kann ihn bezwingen."

Kellerduell endet nach nur 17 Zügen remis

In die letzte Runde ging Caruana in Berlin mit einem halben Punkt Vorsprung auf Sergey Karjakin (Russland) und Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan). In der letzten Partie hätte schon ein Remis für den Amerikaner zum Turniersieg gereicht. Shakhriyar Mamedyarov belegte mit 8,0 Punkten den zweiten Platz. Sergej Karjakin landete mit ebenfalls 8,0 Punkten auf Platz drei. Karjakin hatte das Kandidatenturnier 2016 gewonnen; bei der Weltmeisterschaft war er dann erst im Tiebreak an Carlsen gescheitert.

Ding Liren aus China belegte mit 7,5 Punkten und als einziger Spieler im Turnier ohne Niederlage, aber mit nur einem Sieg, Platz vier. Das Kellerduell am letzten Tag zwischen Levon Aronian (Armenien) und Wesley So (USA) endete nach nur 17 Zügen remis. So landete mit 6,0 Punkten auf Platz sieben, während der vor dem Turnier als großer Favorit gehandelte Aronian seine Nerven nie in den Griff bekam und sang- und klanglos mit 4,5 Punkten den letzten Platz belegte.

Duell bereist am Wochenende: Caruana gegen Carlsen

Im Berliner Kühlhaus hatte jeder der acht Großmeister zweimal gegen jeden gespielt. Caruana tritt nun vom 9. bis 28. November in London gegen Titelverteidiger Carlsen zum Duell um die Weltmeisterschaft an. Der 27 Jahre alte Norweger hatte den Titel 2013 erkämpft und ihn 2014 und 2016 verteidigt.

Doch bereits an diesem Wochenende wird es ein erstes Aufeinandertreffen der beiden Schachspieler geben. Caruana gibt sich selbstbewusst: "In Karlsruhe werde ich Magnus einen Vorgeschmack darauf geben, was ihn bei der WM erwarten wird."

Roland Grabner, Professor an der Universität Graz, über das Zusammenspiel von Begabung, Intelligenz und Übung im Schachspiel.

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