Sie sind hier:

Facebook-Chef räumt Fehler ein - "Das war ein großer Vertrauensbruch"

Datum:

"Es tut mir leid", sagt Mark Zuckerberg. Facebook habe die Pflicht, die Daten seiner Nutzer zu schützen. Zuckerberg wolle jetzt reagieren. Auch Berlin verlangt Erklärungen.

Nach dem Skandal um den Datenmissbrauch gesteht Facebook-Chef Zuckerberg den Fehler seiner Firma ein und entschuldigt sich. Er verspricht besseren Datenschutz.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Datenskandal bei Facebook hat Konzernchef Mark Zuckerberg Fehler eingeräumt und strengere Regeln angekündigt. "Das war ein großer Vertrauensbruch. Es tut mir leid, dass das passiert ist", sagte der Milliardär in einem CNN-Interview. Facebook habe die Pflicht, die Daten seiner Nutzer zu schützen. In dem größten sozialen Netz selbst schrieb Zuckerberg: "Es gibt noch mehr zu tun."

Welche Fehler genau gemacht wurden, erklärte der Manager nicht. Er kündigte aber eine Überprüfung der Software von anderen Anbietern auf Facebook an. Zudem solle der Zugang dieser Entwickler beschränkt werden. Geplant sei auch eine Funktion, mit der Facebook-Mitglieder den Zugang zu ihren Daten unterbinden könnten.

Zuckerberg: Wollen Beeinflussung von Wahlen verhindern

Es war das erste Mal seit Bekanntwerden der Vorwürfe am Wochenende, dass sich Zuckerberg dazu öffentlich äußerte. Sein Unternehmen steht in Europa und den USA unter Druck, weil die Londoner Beratungsfirma Cambridge Analytica unter Verdacht steht, Daten von 50 Millionen Nutzern auf unlautere Weise verwendet zu haben. Mit den so erstellten Profilen soll Cambridge Analytica zum Wahlsieg von Donald Trump 2016 beigetragen haben.

Zuckerberg sagte CNN, sein Unternehmen wolle eine Beeinflussung der US-Kongresswahl im November sowie der Wahlen in Indien und Brasilien verhindern. Er wolle sich zudem einer weitergehenden Regulierung durch die Behörden unterwerfen und wäre auch bereit, vor dem US-Kongress auszusagen.

Facebook an der Börse unter Druck

Der Datenskandal treibt auch Investoren um. Aus Furcht, dass Werbekunden abgeschreckt werden könnten, hat die Facebook-Aktie in den vergangenen drei Tagen mehr als 45 Milliarden Dollar ihres Marktwertes eingebüßt. Nach der Veröffentlichung von Zuckerbergs Blogeintrag ging die Aktie am Mittwochnachmittag allerdings mit einem Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel.

Die Pläne von Facebook sehen offenbar nicht vor, die Nutzung von Mitgliederdaten für Werbezwecke deutlich einzuschränken. Dies wiederum ist für die Gewinne des Unternehmens entscheidend. Dem Tech-Blog Recode sagte Zuckerberg, der bessere Schutz von Nutzerdaten werde "viele Millionen Dollar" kosten. Im Schlussquartal 2017 hatte Facebook einen Gewinn von mehr als vier Milliarden Dollar geschrieben.

Barley will Facebook ins Justizministerium zitieren

Der jüngste Datenskandal wird auch in Deutschland aufmerksam verfolgt. Bundesjustizministerin Katarina Barley verlangte von Facebook Erklärungen. "Das europäische Facebook-Management muss zu diesem Skandal umfassend gegenüber der Bundesregierung Stellung beziehen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Medien-Gruppe. Dafür werde sie Vertreter des Unternehmens ins Justizministerium laden. Einen Zeitpunkt nannte sie nicht.

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär sagte, das wichtigste Kapital des Unternehmens seien nicht Werbeeinnahmen, sondern das Vertrauen seiner Nutzer. "Ich kann den Verantwortlichen nur raten, in Europa nicht einen weiteren Konflikt zu schüren", sagte die Staatsministerin für Digitalisierung dem "Focus". Zwar gelte die Unschuldsvermutung. "Aber als Nutzerin und Politikerin bleibt bei mir ein mehr als schaler Beigeschmack. Das Unternehmen ist gerade dabei, seinen Ruf gänzlich zu verspielen."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.