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Nach Datenaffäre - Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle

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Facebook hat offenbar den Schuss gehört: Nach dem Datenskandal kündigt das Unternehmen Maßnahmen für mehr Kontrolle der Nutzerdaten an. Schlechte Nachrichten gibt es trotzdem.

Ein Mann ändert die Einstellungen in seinem Facebook-Account
Quelle: ap

Facebook zieht erste Konsequenzen aus dem Datenskandal. Die Verwaltung der Daten werde vereinfacht, um den Mitgliedern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen zu geben, teilte der Internetkonzern mit. Dafür würden die gesamten Einstellungen überarbeitet. Diese würden "nicht mehr auf fast 20 verschiedene Unterseiten" verteilt, sondern an einem Ort zugänglich gemacht.

Es werde möglich sein, für das Konto weitere Sicherheitsfunktionen zu aktivieren sowie zu überprüfen, was geteilt wurde und es gegebenfalls zu löschen. Dies könne auch die Suchhistorie sein. Zugleich soll künftig jeder selbst entscheiden können, welche Werbeanzeigen angezeigt werden. Außerdem will es Facebook Nutzern ermöglichen, ihre Daten in Form einer Sicherungskopie herunterzuladen.

Netzwerk will Nutzungsbedingungen aktualisieren

Das weltgrößte soziale Netzwerk versprach zudem, seine Nutzungsbedingungen und Datenschutz-Einstellungen zu aktualisieren, um klarer darzustellen, welche Informationen gesammelt und wie diese dann eingesetzt werden.

Mitte März war bekanntgeworden, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern auf mutmaßlich unlautere Art eingesetzt hatte, um den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu unterstützen.

Bei Anlegern sorgte die Nachricht, dass Facebook die Initiative ergreift, für ein Aufatmen: Die Aktie legte vorbörslich 1,7 Prozent zu. Rund um den Globus hatten sich zuletzt immer mehr Nutzer und Werbekunden von dem weltgrößten sozialen Netzwerk mit mehr als zwei Milliarden Mitgliedern abgewandt. Diese Entwicklung sowie die Befürchtung, dass Regulierer im Zuge der Affäre einen strengeren Umgang bei der Verwendung von Daten durch Technologiekonzerne durchsetzen, führten dazu, dass der Marktwert von Facebook seit Mitte März um fast 100 Milliarden Dollar geschrumpft ist. Auch die Papiere anderer Technologiekonzerne litten unter dem Skandal.

Facebook droht neuer Ärger

Während sich Facebook müht, den Skandal unter Kontrolle zu bringen, droht bereits neuer Ärger. Drei Nutzer verklagten den US-Konzern vor einem Bezirksgericht in Kalifornien wegen Verstößen gegen den Datenschutz bei seiner Messenger-App. Die Beschwerdeführer, die eine Sammelklage anstreben, werfen Facebook vor, Protokolle von Telefonaten und Textnachrichten vorzuhalten.

Um das Speichern von Nutzerdaten geht es auch in einem Fall in Neuseeland, der den Datenschutzbeauftragten des Landes veranlasste, den Konzern öffentlich an den Pranger zu stellen und zu erklären, Facebook habe das Gesetz gebrochen. Demnach untersagte das US-Unternehmen einem Bürger den Zugriff auf dessen persönliche Informationen, die auf den Konten anderer Nutzer gespeichert waren. Dies widerspreche dem Datenschutzgesetz, teilte der zuständige Landesbeauftragte John Edwards mit. Facebook wiederum erklärte, dass das Unternehmen die Beschwerde geprüft habe, aber noch nicht genügend Details für die Klärung vorlägen.

Zuckerberg will vor Kongress aussagen

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg plant Medienberichten zufolge eine Aussage im US-Kongress. Facebook arbeite derzeit an einer Strategie für den Auftritt des 33-Jährigen, berichtete der Sender CNN. In der "New York Times" hieß es, Zuckerberg werde im April vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Der Auftritt würde aufgrund des enormen Drucks erfolgen, dem Facebook international ausgesetzt sei.

Der Datenskandal hat weltweit Politiker, Investoren und Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen, die Konsequenzen fordern. Firmenchef Mark Zuckerberg kündigte zuletzt bereits an, den Zugriff von Entwicklern auf Nutzerinformationen einzuschränken. Am Mittwoch kündigte auch das US-Magazin "Playboy" an, seinen Account auf der Plattform zu deaktivieren.

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