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Facebook Marketplace startet - Soziales Netzwerk will Kleinanzeigen erobern

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Neu im Laden kaufen? Für viele ist das mittlerweile nur die zweitbeste Option. Gebrauchtkauf zwischen Privatleuten ist en vogue, und die führende Plattform dafür ist in Deutschland eBay Kleinanzeigen. Jetzt aber naht Konkurrenz: Facebook hat in Deutschland seinen Marketplace gestartet.

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Der Gedanke liegt nah: Wer untereinander in sozialen Medien vernetzt ist, kann außer Neuigkeiten über Freunde und Familie, außer Fotos vom Kätzchen oder dem letzten Menü natürlich auch ganz einfach handfeste Dinge austauschen. Schließlich liegt man ja irgendwie auf einer Wellenlänge. Und wer gleich tickt, mag durchaus auch die Sachen, die Freunde gerade loswerden möchten. Nun also Kleinanzeigen auch bei Facebook.

30 Millionen in Deutschland nutzen Facebook

Ganz neu ist das Thema in dem sozialen Netzwerk nicht: Bereits Anfang 2015 hat Facebook "Kaufen- und Verkaufen-Gruppen" eingeführt. Genutzt werden diese nach Unternehmensangaben inzwischen von 550 Millionen Menschen weltweit. Heißt: Gut ein Viertel der global fast zwei Milliarden Facebook-User ist in diesen Gruppen mehr oder weniger aktiv. Auf Deutschland heruntergebrochen, könnte dies angesichts der 30 Millionen Nutzer (Juni 2017) aus dem Stand rund 7,5 Millionen potenzielle Interessenten für den Facebook Marketplace bedeuten. Wer sich neue Märkte erschließen möchte, kann von solchen Zahlen üblicherweise nur träumen.

Grund für Panik beim Platzhirsch? "eBay sieht Wettbewerb grundsätzlich positiv und investiert kontinuierlich in seine Plattformen, um in einem sich rasant entwickelnden Handelsumfeld wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben", heißt es aus der Unternehmenszentrale. Immerhin sei eBay "globaler Marktführer im Bereich lokaler Kleinanzeigen-Formate über verschiedene zum Unternehmen gehörende Marken weltweit". Bislang eben, könnte man nun sagen.

eBay: Marktführerschaft nach enormem Wachstum

Die Zahlen bei eBay Kleinanzeigen Deutschland dürften so manchen Mitbewerber erblassen lassen: mehr als 22 Millionen Anzeigen gleichzeitig online, mehr als 20 Millionen aktive Nutzer. Ein Viertel unserer Bevölkerung also. Um dorthin zu gelangen, hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren auch mächtig ins Zeug gelegt. "eBay hat durch das enorme Wachstum gegenwärtig den Markt für Kleinanzeigen unter Kontrolle", sagt Dimitri Wasylyk von Quoka. Das Unternehmen betreibt unter quoka.de ein Kleinanzeigenportal, unter dessen Namen zahlreiche Offertenblätter wie Revier Markt oder Annoncen Avis in die Onlinewelt übergegangen sind.

"Noch bis 2011 haben wir die Printausgaben am Leben gehalten, bis wir gemerkt haben, dass es nicht mehr zu stemmen ist", so Wasylyk. Klare Auswirkungen eines geänderten Nutzerverhaltens zur digitalen Revolution: "Für den User war es viel einfacher, von Papier auf online zu wechseln." Dass eBay mit seinem Kleinanzeigenmarkt dabei heute die Nase vorn hat, liege sowohl an der damaligen Bekanntheit des Auktionsportals als auch an erheblichen Investitionen. "Dies war auch eine Reaktion darauf, dass sich die eigentliche Plattform eBay immer mehr für einen Marktplatz von professionellen Verkäufern entwickelt hat."

Wo viele Leser sind, winken hohe Werbeeinnahmen

Doch beginnt nun mit dem Start von Facebook Marketplace ein neuer Kampf um die Marktmacht bei Kleinanzeigen? "Wie die Nutzer das annehmen, kann man jetzt noch nicht abschätzen. Da spielen auch Aspekte wie die Bedienbarkeit herein. Und letztendlich beschränkt sich Facebook auf die eigenen Mitglieder. Das sind zwar viele, aber gerade unter den Jüngeren nutzt man heute eher Twitter oder Instagram", so Dimitri Wasylyk.

Unterm Strich geht es natürlich um eine Menge Geld. Laut einer aktuellen Studie der Post hat der Online-Werbemarkt im Jahr 2016 mehr Geld eingenommen als Printmedien: 9 Milliarden Euro stehen 8,5 Milliarden gegenüber. Und mit seinen vielen Millionen Usern kann eBay Kleinanzeigen beispielsweise laut Preisliste 90.000 Euro für das große Werbebanner am Kopf der Startseite erwirtschaften, 1,5 Millionen Sichtungen der Werbung garantiert. Zum Vergleich: Die Bild-Zeitung wirbt mit knapp zehn Millionen Lesern pro Ausgabe und bietet für 93.400 Euro die Anzeige oben links über dem Zeitungslogo. Es ist eine Menge Geld im Spiel des Werbemarktes - und Facebook möchte mit seinem Marketplace da nun mitspielen.

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