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Neuer "News Feed" - Lafontaine: Facebook enteignet seine Nutzer

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Es ist ein Frontalangriff: Oskar Lafontaine wirft Facebook vor, die Nutzer zu enteignen. Das Netzwerk manipuliere Meinungen, das gefährde die Demokratie. Die Politik sei gefordert.

Oskar Lafontaine
Oskar Lafontaine Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine erhebt schwere Vorwürfe gegen Facebook. In Bezug auf die rund 30 Millionen deutschen Nutzer des Netwerkes sagt er: "Ihr Privatleben ist nicht mehr privat, Sie werden enteignet." Facebook sammele Unmengen an Daten seiner Nutzer, das aber könne die Politik nicht länger zulassen. "Das Privatleben der Menschen muss geschützt werden", sagt Lafontaine dem ZDF heute journal.

Lafontaine beklagt zugleich die immense Macht, die Facebook inzwischen habe. Facebook könne steuern, welche Botschaften Nutzer zu sehen bekämen. "Die können im Grunde genommen sehr viel manipulieren." Facebook könne damit Meinungen beeinflussen. "Das gefährdet die Demokratie." Im Interesse der Demokratie müsse Facebook sehr viel transparenter werden.

Facebook ändert seinen "News Feed"

Damit kritisiert Lafontaine den News Feed, den Facebook nach ZDF-Informationen in diesen Tagen verändert - zuerst wohl in den USA. Der News Feed ist der Mechanismus, nach dem Facebook seinen Nutzern Inhalte anzeigt. Denn längst erscheint bei Facebook nicht mehr der aktuellste Post eines Freundes ganz oben. Sondern der, der laut Facebook-Berechnungen, Nutzer am ehesten dazu verleitet, auf ihn zu reagieren - etwa mit einem "Like", also einem "Daumen hoch".

In der Tat habe Facebook immense Macht, sagt auch der Journalist und Blogger Richard Gutjahr. Der neue News Feed, eine Art Algorithmus, funktioniere wie ein Filter. "Wer an diesem Filter sitzt, sitzt an den Hebeln der Macht", so Gutjahr. Es gebe jede Menge Inhalte bei Facebook, die könne ein Nutzer gar nicht alle gleichzeitig sehen. Wer über die Reihenfolge der Inhalte bestimme, bestimme auch über die Sicht der Nutzer auf das Zeitgeschehen: "Jeder Zweite bezieht seine Weltsicht inzwischen aus Facebook. Was dort dann nicht stattfindet, das hat auch in der Welt nicht stattgefunden."

Muss Facebook seinen Algorithmus transparent machen?

Wirklich transparent macht Facebook seinen neuen Algorithmus, den neuen News Feed, nicht. In einem Statement auf seiner Facebook-Seite kündigt Facebook-Chef Mark Zuckerberg lediglich an, er wolle seinen Nutzern künftig mehr Inhalte von Freunden anzeigen. Im Gegenzug würden Postings von Unternehmen oder Medienhäusern seltener angezeigt. Das dürfte für Zeitungen oder Fernsehsender Konsequenzen haben. Viele Klicks bekommen sie inzwischen nämlich durch Links, die sie auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen. Verlieren sie also durch den neuen Algorithmus an Reichweite?

Als Konsequenz fordert Oskar Lafontaine, Facebook zu einem offeneren Umgang mit dem neuen Algorithmus auf. Im Interesse der Demokratie müsse der neue News Feed transparent sein. Auch eine Art öffentlich-rechtliche Alternative zu Facebook hält er für denkbar. "Ein Privatkonzern darf nicht bestimmen, was ich zu sehen bekomme. Ich bin dafür, dass eine öffentlich-rechtliche Plattform geschaffen wird, die dieselben Dienste anbietet wie Facebook", sagt er.

Facebook ignoriert Interviewanfrage eine Woche lang

Für Richard Gutjahr ist diese Forderung naiv. "Würde Coca -Cola sein Rezept mit der Welt teilen? Würde BMW seine Technologien ins Internet stellen? Nein", sagt er. "Wir reden hier immer noch über einen privatwirtschaftlichen Konzern und der will Gewinne machen."

Allerdings müsse sich Facebook seiner Verantwortung bewusst werden. Dazu gehöre auch eine offenere Kommunikation. "Die geben keine Pressekonferenz, auf der man mal Fragen stellen kann. Die verkünden immer nur. Wenn man selber mal eine Frage hat, dann heißt es immer nur: Tut uns leid, dazu können wir nichts sagen." Auch die Interviewanfrage des ZDF zu seinem neuen News Feed hat Facebook eine Woche lang ignoriert.

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