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Neue digitale Währung - Facebook verspricht Datenschutz bei Libra

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Facebook will eine neue Währung schaffen: Libra. Die Daten, die dabei anfallen, sollen aber nicht mit anderen Facebook-Daten gekoppelt werden, sagt Sprecher Nick Clegg im ZDF.

Facebook will mit Libra eine neue Währung schaffen. Die Daten, die dabei anfallen, sollen aber nicht mit Facebook-Daten gekoppelt werden, sagt Facebook-Sprecher Clegg im ZDF.

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Es ist nicht weniger als ein großer Schlag gegen das Bankengeschäft. Und es könnte, da sind sich Analysten einig, den Zahlungsverkehr weltweit revolutionieren. Facebook plant eine eigene Digitalwährung. Libra soll sie heißen, Anfang 2020 soll sie kommen. "Facebook will den Leuten eine Kryptowährung anbieten, die sie, wenn sie es wollen, bei WhatsApp oder dem Facebook- Messenger benutzen können", sagt Facebook-Sprecher Nick Clegg im ZDF. Bezahlen also per WhatsApp? Geld versenden so einfach wie eine SMS, wie eine WhatsApp-Nachricht?

Damit zielt Facebook vor allem auf Menschen, die zwar ein Smartphone, aber kein Bankkonto haben. Laut Clegg sind das mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt. "Das Problem, das wir mit Libra lösen wollen, ist, dass das Bankensystem im Moment versagt", sagt er. Es schließt die ärmsten Menschen der Welt aus. Menschen, die ihre Handys benutzen wollen, um Überweisungen zu machen. Es klingt ein wenig so, als wolle Facebook die Welt retten mit Libra. "Don't be evil", sei nicht Böse - als Motto für den mächtigen Datenkonzern?

Bankenaufsicht fordert Regulierung

Der Chef der Bankenaufsicht Bafin, Felix Hufeld, beobachtet die Facebook-Pläne jedenfalls skeptisch. "Wir können ganz sicher nicht einfach zugucken. Wir werden in irgendeiner Form angemessen reagieren müssen", so Hufeld. Sofern Libra Verbreitung fände, würden sich erhebliche Kontrollfragen in praktisch allen Bereichen stellen. "Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, mindestens europäisch, wenn nicht global ein paar Grundstandards zu entwickeln." Auch die Unionsfraktion im Bundestag ist alarmiert. Sie fordert einen digitalen Euro, um Libra nicht alleine das Feld zu überlassen.

Grund der Skepsis: Was passiert, wenn Facebook Zahlungsdaten seiner Kunden mit den anderen Facebook-Daten seiner Nutzer koppelt? Wenn Likes und Freundeslisten mit Shoppingverhalten kombiniert werden? Entsteht dann nicht ein weltweiter Datensatz, der viel zu intim, aussagekräftig und mächtig ist? Das wird nicht passieren, verspricht Facebook-Sprecher Clegg im ZDF. "Die Daten, die wir für Libra benutzen, werden von den normalen Facebook-Daten komplett getrennt", sagt er. "Sie werden auch nicht benutzt, um Ihnen zum Beispiel in Ihrem Newsfeed Werbung anzuzeigen, die für Sie relevant sein könnte."

Datenschutzbeauftragter traut Facebook-Versprechen nicht

Ein schönes Versprechen. Aber ob sich Facebook daran halten wird? "Wir haben schon viele Ankündigungen von Facebook erhalten, in der Vergangenheit wurde sich aber nicht immer daran gehalten", sagt der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, im ZDF. Beispielsweise habe Facebook zugesichert, Daten von WhatsApp und Facebook nicht miteinander zusammenzulegen - und tat es dann doch. Kelber kündigt an, sich Libra genau anzugucken. "Wir werden das beobachten", sagt er. Würde Facebook seine vorhandenen Daten mit den Libra-Daten koppeln, würde die Macht von Facebook weiter wachsen, so Kelber.

Facebook spielt eigenen Machtanspruch runter

In der Tat nutzen heute schon mehr als zwei Milliarden Menschen auf der Welt Facebook - und auch WhatsApp und Instagram gehören zum Facebook-Konzern. Bereits vor einigen Wochen hatte Facebook-Mitgründer Chris Hughes in der "New York Times" den Monopolcharakter des Konzerns kritisiert und seine Zerschlagung gefordert. Und so bemüht sich Facebook-Sprecher Clegg, den Anteil Facebooks an Libra kleinzureden. Libra sei keine Facebook-Währung.

"Wir haben eine große Rolle dabei gespielt, die Idee zu verwirklichen. Aber viele andere, große Unternehmen sind ebenfalls beteiligt. Mastercard, Visa, PayPal. Wir reden also von einem Zusammenschluss von Unternehmen, in dem wir lediglich eine Stimme sind, bei der Steuerung dieser Währung", so Clegg. Es klingt ein wenig so, als sei Facebook ein kleines Start-up, das einzig das Wohl der Welt vor Augen habe. Allein, wer soll das glauben?

Libra - was ist das?

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