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Winterfahrplan der Bahn - Neuer Anschluss für Gera

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Alle Jahre wieder im Dezember ändert die Deutsche Bahn den Fahrplan. Ab heute gibt es neue Verbindungen, engere Takte im Fernverkehr. Die größten Verbesserungen gibt es im Osten.

Intercity (Archivbild)
Die Intercity-Züge der Deutschen Bahn fahren wieder nach Gera.
Quelle: dpa

Jena und Ostthüringen zurück im Fernbahnnetz

Auf Bahnsteig 3 in Gera bekommt der IC 2152 nach Düsseldorf den ganz "großen Bahnhof". Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nebst Parteikollegin und Infrastrukturministerin Birgit Keller sind für den Festakt der Premierenfahrt gebucht. Denn nach zwölf Jahren ist es der erste Fernzug, der die 95.000-Einwohner-Stadt wieder anfährt. So lange standen Gera und die ganze Region Ostthüringen quasi auf dem Abstellgleis. Mit dem neuen Bahnfahrplan sollen täglich drei IC-Zugpaare von Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Kassel über Erfurt und Jena ins thüringische Gera fahren. "Die Attraktivität der Stadt gewinnt damit, auch die Attraktivität für Unternehmen", hofft Julian Vonarb, Geras parteiloser Oberbürgermeister. Die jahrelangen Bemühungen der Bürgerinitiativen und Landespolitik zum Wiederanschluss Geras ans Fernbahnnetz würden endlich belohnt.

Auch der Regionalverkehr in Mittel-Thüringen gewinnt mit dem neuen Bahnfahrplan. Vor allem die Stadt Jena, die mit der Eröffnung der Schnellfahrtstrecke Berlin-München 2017 ihren eigenen ICE-Anschluss verlor. Mit zusätzlichen Expresszügen wird sie nun wieder besser mit den Städten Erfurt, Halle und Leipzig vernetzt. 

ICE-Verkehr wird ausgebaut

"In unter vier Stunden von Berlin nach München" - so bewirbt die Deutsche Bahn ihre ICE-Strecke Berlin-München als Alternative zum Flugzeug. Im Dezember 2017 eröffnet, haben 4,4 Millionen Reisende die ICE-Schnelltrasse bereits genutzt. Aufgrund der Nachfrage schickt die Deutsche Bahn ab Sonntag täglich zusätzlich zwei besonders schnelle Züge auf die Strecke. Dann sollen fünf sogenannte ICE-Sprinter die 620 Kilometer in rund vier Stunden bewältigen. Zudem soll hier der neueste ICE 4 fahren, der mit 830 Sitzplätzen mehr Platz für Reisende bietet. "Das ist gut und der Einsatz von Sprintern wird in den nächsten Jahren sicher weiter zunehmen", sagte Carsten Schulze-Griesbach vom Fahrgastverband Pro Bahn. Spannend werde, wie die Passagiere den neuen ICE 4 annehmen. "Da passen mehr Leute rein, aber das liegt daran, dass es darin enger als im Billigflieger ist", kritisiert Schulze-Griesbach.

Im neuen Fahrplan bietet die Bahn auch eine erste internationale Verbindung auf der ICE-Schnellstrecke an. Die Thüringer können von Erfurt nach Wien reisen ohne umzusteigen. Ein ICE pro Tag soll von Berlin nach Wien in knapp acht Stunden fahren.  

Kritik am Fernverkehr in Thüringen

Überwiegend positiv bewertet der Fahrgastverband Pro Bahn den Fahrplan der Deutschen Bahn. Doch grundlegende Kritik gibt’s an der ungleichen Erschließung Thüringens mit Fernzugverbindungen. "Es ist absurd, dass Erfurt mit 100 Fernzügen pro Tag und die Mitte Thüringens gut mit Fernzügen angebunden sind, aber der Süden und Norden des Landes nichts davon haben", sagt Bernd Schlosser vom Fahrgastverband Pro Bahn Thüringen.

Was sich mit dem neuen Fahrplan ändert

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