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Tote und Verletzte in Spanien - Viele Tote bei Anschlag in Barcelona

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Bei dem Terroranschlag in Barcelona sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, über 80 wurden in Krankenhäuser gebracht. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Ein Lieferwagen war auf den berühmten Ramblas in eine Menschenmenge gerast. Der IS reklamierte die Tat für sich.

Am frühen Abend ist ein Lieferwagen in eine Menschenmenge auf den berühmten Ramblas in Barcelona gerast. Bisher wissen wir von zwei Toten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

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Die Zahl der Toten werde wahrscheinlich weiter steigen, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. Dem Auswärtigen Amt in Berlin liegen bislang noch keine Informationen zu den Opfern und deren Staatsangehörigkeit vor.

Polizei geht von Terror aus

Zu den Hintergründen war zunächst nichts bekannt. Die Polizei behandelte den Vorfall als Terroranschlag. Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte, die Regierung stehe mit allen Behörden in Barcelona in Kontakt. Zwei Verdächtige wurden laut Polizei bereits festgenommen. Die Polizei gab aber vorerst keine Entwarnung. Im Gegenteil, sie ordnete eine Räumung aller Lokale und Läden rund um die Ramblas, der berühmten Einkaufsstraße Barcelonas, an.

ZDF-Korrespondent Theo Koll berichtete, dass der weiße Transporter auf den Mittestreifen der Ramblas gefahren sei, dort wo die Menge sich bewege.

Fahrer auf der Flucht

Die spanische Zeitung "El Pais" meldete, der Fahrer des Wagens sei zu Fuß geflohen. Auf Twitter teilte die Polizei mit, dass ein Großaufgebot nach dem Täter suche. Medienberichte, wonach sich der Fahrer in einer Bar verschanzt habe, wurden von der Polizei dementiert.  Der gesuchte Mann soll etwa 1,70 Meter groß sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen tragen, berichtete die Zeitung "El Periódico de Catalunya". Offenbar wurde inzwischen auch ein zweiter Kleintransporter entdeckt, vermutlich das Fluchtfahrzeug.

Die Polizei sperrte die Straße. Geschäfte wurden geschlossen. Fünf Krankenwagen und rund 20 Polizeifahrzeuge waren vor Ort, wie ein AFP-Journalist berichtete. Der Fernsehsender RTVE zeigte ein Foto, auf dem drei am Boden liegende Menschen zu erkennen waren. Offenbar leisteten Polizisten und andere Personen Erste Hilfe. Ein deutscher Augenzeuge berichtete, an mehreren Stellen seien Menschen in Panik umhergelaufen. Er selbst sei auf dem Weg in Richtung der Flaniermeile Las Ramblas gewesen, sagte Albert Zeitler, der seit einiger Zeit in Barcelona lebt. Ihm seien Leute entgegengerannt gekommen. "Bei den Leuten im Gesicht war Chaos", sagte Zeitler. Er habe gesehen, dass Einkaufswagen verstreut herumlagen.

Carol Augustín, die direkt an den Ramblas arbeitet, sagte, sie habe gesehen, wie der Transporter an ihrem Gebäude vorbeigerast sei. "Die Leute haben angefangen zu schreien und sind zu uns ins Büro gekommen", sagte sie. "Da waren auch Familien mit Kindern. Die Polizei hat uns gesagt, wir sollen die Türe schließen und drinnen warten."

Vorfall auf Touristen-Meile

Die Rettungskräfte warnten davor, sich dem Gebiet rund um die Placa de Catalunya zu nähern. Auch U-Bahnstationen und Bahnhöfe sollten offenbar gesperrt werden. Barcelona wird jährlich von mindestens elf Millionen Touristen besucht.

ZDF-Korrespondent Theo Koll verwies auf die "ausgeprägte Erfahrung" die Spanien mit Terroranschlägen habe. Die Bedrohung durch die ETA und islamistische Anschläge wie der von 2004 auf Vorortszüge in Madrid mit 190 Toten, habe das Land geprägt. "Die Terrorwarnstufe ist permanent hoch", sagt Koll.

In den vergangenen Jahren hat es in ganz Europa immer wieder Terrorattacken mit LKW oder Autos gegeben. Der folgenschwerste ereignete sich im Juli 2016 in Nizza, als ein Mann am französischen Nationalfeiertag mit einem Sattelschlepper durch eine feiernde Menge pflügte und 86 Menschen tötete. Im Dezember 2016 kamen bei einem ähnlichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin zwölf Menschen ums Leben.

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