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Gegen die Wegwerfkultur - Es weihnachtet fair

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Glitzerndes Geschenkpapier unter Millionen von Tannenbäumen: binnen weniger Tage alles Müll. Weihnachten ist Wegwerfkultur pur. Anders feiern, fair und umweltfreundlich: So geht's.

Archiv: Geschenkpapier liegt am 24.12.2017 in Kaufbeuren unter einem Weihnachtsbaum
Geschenkpapier unter einem Weihnachtsbaum
Quelle: dpa

Öko-Geschenkpapier

Wer bei der Bescherung keinen Sondermüll produzieren will, kann sich für Geschenkpapier entscheiden, das komplett recycelbar ist - weil es keine giftigen Farben, Plastik oder Aluminium enthält. Genaue Statistiken gibt es nicht, aber würde jeder Bundesbürger 100 Gramm Geschenkpapier verbrauchen, dann wären das 8.000 Tonnen Müll.

Die Münchnerin Sarah Kessler wollte da nicht mehr mitmachen. Als die 29-Jährige für sich selbst Recycling-Geschenkpapier suchte, aber kein Schönes fand, kreierte sie kurzerhand ihr eigenes und gründete ein kleines Start-up, "PlanetPaket". Geschenkpapier ohne Gift, Glitzer und Gewissensbisse - und dennoch ohne Verzicht. "Es ist schon was Schönes, ein Geschenk zu verpacken. Da geht es um eine Überraschung. Man reißt es auf und sieht, wie dir jemand eine Freude machen möchte."

Fair-Trade-Weihnachtsbäume und Biotannen

Faire Nordmanntannen
Fair gehandelte Nordmanntannen
Quelle: obs/toom baumarkt gmbh

Die Nordmanntanne ist der Deutschen liebster Weihnachtsbaum. Sie steht in drei von vier Wohnzimmern. Ihre Heimat sind die Bergwälder Georgiens. Dort werden im Herbst die Tannenzapfen gepflückt. Darin verbergen sich die Samen, aus denen unsere Weihnachtsbäume gezüchtet werden. Doch das ist lebensgefährlich. Die Männer klettern in die bis zu 60 Meter hohen Wipfel, um die Zapfen zu pflücken - ohne jede Absicherung. Das dänische Unternehmen "Fair Trees" will das ändern. Es stattet seine Pflücker mit Kletterausrüstung aus, zahlt Unfall- und Krankenversicherung sowie faire Löhne: umgerechnet 1,60 Euro anstatt teilweise nur 35 Cent pro Kilo Zapfen. So können die Pflücker in zehn Tagen schon mal das Dreifache ihres üblichen Monatslohns als Bäcker oder Schreiner verdienen.

Und wer noch eins draufsetzen mag, der kauft seinen Weihnachtsbaum nicht nur fair gehandelt, sondern auch noch ökologisch angebaut. Von den nahezu 30 Millionen Tannen, die in Deutschland jedes Jahr geschmückt werden, stammten im vergangenen Jahr nach Angaben der Umweltschutzorganisation Robin Wood ganze 92.000 aus Bio-Anbau. Doch die Tendenz ist steigend.

Pflanzenexperte Elmar Mai weiß, wie man den Tannenkauf nachhaltig gestalten kann.

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9 min
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Holzschmuck

Holz und Handarbeit statt Massenprodukte aus Plastik: Nicht im Trend der Zeit, aber gerade deshalb sieht die Firma Wendt & Kühn im Althergebrachten ihre Zukunft. Seit über 100 Jahren schon verdient das Unternehmen aus dem Erzgebirge sein Geld zum Beispiel mit den kleinen Weihnachtsengeln mit den grünen Flügelchen - weltberühmte, teure Sammlerstücke. Bis heute werden sie von Hand gedrechselt, geleimt und bemalt. Das hat natürlich seinen Preis. Bis zu 40 Euro kann so ein Engelchen kosten, eine Spieldose gar 500 Euro.

Jetzt beschäftigt die Firma sogar eine eigene Historikern. Marlis Rokitta unterstützt die Restauratorinnen. Ein Kunde hat ein Erbstück vorbei gebracht, eine Spieldose seiner Oma. Sie soll repariert und aufpoliert werden, ein besonderes Weihnachtsgeschenk. Marlis muss nun herausfinden: Aus welchem Jahr stammt das Stück? Wie sah das Original aus? Weihnachts-Handwerkskunst, die Generationen überdauert. Nachhaltigkeit aus Tradition.

Glitzernd verpackte Geschenke unter Millionen von Weihnachtsbäumen - binnen weniger Tage alles Müll. Weihnachten ist Wegwerfkultur pur. Vielen nimmt das die Freude am Fest. Sie feiern fair.

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