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ZDFcheck19 - Fakt oder Fake? So prüfen Sie Informationen selbst

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Das Internet ist voll von Nachrichten - doch die sind nicht immer richtig. Faktenchecken wird also immer wichtiger. Was Sie als User selbst tun können, lesen Sie hier.

Vor der Europawahl haben Politiker und Parteien ihre Wahlkampftaktiken. Skepsis ist angebracht. Um weiterhin den Durchblick zu behalten, können Fakten mittels kostenloser Tools überprüft werden.

Beitragslänge:
2 min
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"Jede Woche überweist Großbritannien 350 Millionen Pfund nach Brüssel." Ein angeblicher Fakt - groß in Szene gesetzt vor der Brexit-Abstimmung 2016. Doch die Summe, die die Gemüter so erregte, war falsch, von Faktencheck-Experten bald widerlegt. Das Fotos des Busses aber geisterte weiter durch das Internet - meist ohne die Zusatzinformation, dass die Zahl gar nicht stimmte.

"VOTE Leave" Bus Tour in Cornwall
"VOTE Leave" Bus Tour in Cornwall
Quelle: imago

Gerade in Wahlkämpfen ist das Netz voll von Posts, Zitaten und Kampagnenvideos von Politikern und Parteien. Was aber ist wahr, was ist falsch, wer streut gegebenenfalls absichtlich Falschinformationen und zu welchem Zweck? Um das zu klären, hat das ZDF auch in diesem Jahr wieder ein Faktencheck-Team am Start (siehe Infobox). Doch auch als normaler User ist man dem Treiben im Netz nicht völlig hilflos ausgeliefert. Hier ein paar Tipps und Tools fürs alltägliche Surfen:

Ist das Bild echt oder gefaked?

Vorsicht geboten ist bei Fotos: Sind die wirklich echt? Und ist das Bild wirklich aktuell entstanden? Gerne werden Bilder aus dem Zusammenhang gerissen und zu einem anderen Anlass wieder verbreitet. Doch da bietet das Netz Selbsthilfe: Mit der sogenannten Bilder-Rückwärtssuche. Die findet man ganz einfach bei den Bildersuchen von Google, Yandex und Bing. Einfach die URL des Bildes eingeben und schon wird angezeigt, wo und wann ein Bild schon mal ins Netz gestellt wurde.

Ein besonders mächtiges Tool hierfür ist TinEye mit zahlreichen Filtermöglichkeiten. Sortiert man die Suchergebnisse, findet man heraus, wann ein Bild das erste Mal ins Netz gestellt wurde. Besonders elegant löst die Rückwärtssuche auch die Chrome-Extension RevEye: Hat man diese installiert und klickt mit der rechten Maustaste auf ein Foto, gibt es über das Kontextmenü direkten Zugriff auf alle Suchmaschinen.

Woher stammt das Video?

YouTube

Aber nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Videos kann man mittlerweile herausfinden, wann sie ins Netz gestellt wurden. Im Zusammenhang mit dem Syrienkrieg hat Amnesty International einen eigenen Daten-Viewer entwickelt: Gibt man dort die URL zum Beispiel eines Youtube-Videos ein, filtert der Viewer mehrere Einzelbilder aus dem Video heraus. Die wiederum werden dann durch eine Bilder-Rückwärtssuche geschickt - und man erkennt, ob das Video ein Original ist oder schon verwendet wurde. Ähnlich arbeitet auch das Tool InVid, das es auch als Plugin für Firefox und Google Chrome gibt.

Wurde ein Bild manipuliert?

Gefärbte Schafe auf einer Weide
Gefärbte Schafe auf einer Weide
Quelle: image

Mit einfachen Programmen können Fotos heutzutage so leicht manipuliert werden wie nie. Ob ein Foto tatsächlich verändert wurde, lässt sich ebenfalls überprüfen. Bei Fotoforensics.com einfach das Bild hochladen - heben sich Elemente aus dem schwarzen Filter ab, sind sie erst nach der Aufnahme eingefügt.

Stimmt das Wetter?

Um herauszufinden, ob ein Foto oder Video wirklich echt ist, hilft oft auch ein Blick auf das Wetter. Die Suchmaschine Wolfram Alpha oder die Webseite Weather Underground beantworten die Frage, wie das Wetter zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort weltweit war. Regnet es also etwa im Video einer vermeintlichen Demonstration der Gelbwesten, tatsächlich strahlte an diesem Tag aber die Sonne vom Himmel, dann weiß man, dass mit diesem Video etwas nicht stimmt. Und wenn die Sonne wirklich schien, dann hilft Suncalc bei der Bestimmung der Uhrzeit. Auf dieser Seite lässt sich der genaue Sonnenstand an jedem Ort der Erde bestimmen - auch in der Vergangenheit. Wer es mit einem Video aus der Nacht zu tun hat: Bei Mooncalc lässt sich der Stand des Mondes checken.

Wer steckt dahinter?

Twitter-Account von Tim Cook - Apple-Chef, aufgenommen am 07.03.2019
Twitter-Account von Tim Cook - Apple-Chef
Quelle: dpa

Sinnvoll ist auch immer, sich zu fragen, wer hinter einem Video oder einer Webseite steckt. Da hilft oft schon ein Blick auf das Impressum oder - bei Youtube-Videos zum Beispiel - wie lange ein Account schon existiert. Bei Social-Media-Accounts zu beachten: Das Profil von öffentlichen Personen, also Promis und Politikern, Institutionen und Parteien ist in der Regel mit einem blauen Verfizierungshaken gekennzeichnet. Er zeigt an, ob es sich tatsächlich um die authentische Seite des- oder derjenigen handelt.

Das Internet vergisst nichts

Was jeder sicher schon erlebt hat: Eine Seite, die vor kurzem noch sichtbar war, ist offline oder ein interessanter Inhalt ist plötzlich verschwunden. Doch nur auf den ersten Blick; denn das Internet vergisst nichts: Auf Archive.org finden sich nämlich auch Inhalte wieder, die aktuell nicht mehr sichtbar sind. In je nach Webseite unterschiedlichen Abständen scannt die Seite automatisch das Netz, schießt regelmäßige Screenshots und speichert so alles für die virtuelle Nachwelt.

Der Faktencheck zur Europawahl

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