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Fall Skripal - Moskau weist Diplomaten aus und schließt US-Konsulat

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Als Reaktion auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Dutzenden Ländern will Russland unter anderem 60 US-Diplomaten ausweisen und das US-Konsulat in St. Petersburg schließen.

Das US-Konsulat in St. Petersburg
US-Konsulat in St. Petersburg Quelle: dpa

Russland will zudem auch Diplomaten anderer Länder ausweisen, die ihrerseits russische Vertreter zu unerwünschten Personen erklärt hatten. Dies sagte Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge am Abend in Moskau.

Der US-Botschafter in Moskau sei ins Außenministerium einbestellt worden, wo ihn Vizeminister Sergej Rjabkow über die russischen Maßnahmen informiere, sagte Lawrow. Die 60 benannten Diplomaten sollen bis zum 5. April das Land verlassen haben. Der russische Außenminister kündigte die Ausweitung der Vergeltungsmaßnahmen mit gleicher Münze auf weitere Länder an: "Was die anderen Länder angeht, wird es symmetrische Maßnahmen geben, was die Zahl der Menschen angeht, die ihre diplomatischen Posten in Russland verlassen müssen."

Keine Aussage Lawrows zu deutschen Vertretern

Im Vorfeld hatte auch Deutschland vier russische Diplomaten ausgewiesen. Auf deutsche Vertreter ging Lawrow aber zunächst nicht konkret ein. Der tagelang erwartete russische Schritt ist die Reaktion darauf, dass rund 25 Staaten sowie die NATO mehr als 140 russische Diplomaten ausgewiesen haben. Berlin hatte aus Solidarität mit Großbritannien vier Vertreter Russlands zu unerwünschten Personen erklärt. Besonders scharf hatten die USA reagiert: 60 Diplomaten wurden ausgewiesen und das russische Konsulat in Seattle muss geschlossen werden.

Anlass sind die Vorwürfe nach dem Giftangriff auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skirpal und dessen Tochter Yulia in der südenglischen Kleinstadt Salisbury. Beide waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Innenstadt entdeckt worden. Großbritannien macht Russland für die Attacke verantwortlich, weil angeblich der zu Sowjetzeiten entwickelte chemische Kampfstoff Nowitschok eingesetzt wurde. Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Lawrow kritisierte die Ausweisungen russischer Diplomaten am Donnerstag erneut als "absolut inakzeptable Handlungen". Er warf den USA und Großbritannien vor, "groben Druck" auf andere Länder ausgeübt zu haben, um diese auf einen "anti-russischen Kurs" zu zwingen.

Russland weist Vorwürfe im Fall Skripal von sich

Im Fall Skripal schaukelt sich der Streit seit Tagen immer höher. Doch das harte Vorgehen mit der Ausweisung von Diplomaten ist auch in der EU umstritten. Russland verweist darauf, dass London keine konkreten Beweise gegen Moskau vorgelegt habe. Mehrere EU-Staaten, darunter Österreich, Luxemburg und Griechenland, haben sich nicht an der Aktion beteiligt und argumentieren ebenfalls mit der unklaren Beweislage.

Seit dem Aufflammen des Streits hatten Großbritannien und Russland bereits gegenseitig 23 Diplomaten ausgewiesen. Moskau untersagte auch die Arbeit des britischen Kulturinstituts British Council. Zwischen beiden Ländern ist es schon in den vergangenen Jahrzehnten zu großen Spionagefällen mit der Ausweisung Dutzender Vertreter gekommen.

Guterres warnt vor neuem Kalten Krieg

Mit Deutschland gab es den letzten diplomatischen Konflikt 2014, als eine ranghohe Mitarbeiterin der Botschaft in Moskau Russland verlassen musste. Kurz zuvor war ein Attaché am russischen Generalkonsulat in Bonn als Agent des Militärgeheimdienstes GRU enttarnt worden.

Angesichts wachsender Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor einer Art neuem Kalten Krieg. Vorsichtsmaßnahmen wie damals seien wieder notwendig, sagte Guterres in New York.

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