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Nach Verhör in Wiesbaden - Mordfall Susanna: Ali B. in U-Haft

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Die Ermittlungsrichterin vernahm ihn mehrere Stunden: Gegen Ali B., den mutmaßlichen Täter im Mordfall Susanna, wurde Haftbefehl erlassen. Der 20-Jährige gestand.

Ali B. wird abgeführt
Ali B. wird abgeführt Quelle: epa

Der Hauptverdächtige im Fall der getöteten Susanna kommt in Untersuchungshaft. Das ordnete die Ermittlungsrichterin an, wie die Polizei Westhessen auf Twitter mitteilte. Zuvor war der 20 Jahre alte Iraker im Wiesbadener Polizeipräsidium mehrere Stunden lang vernommen worden. Ali B. habe gestanden, die 14-Jährige umgebracht zu haben, teilte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn mit. Eine Vergewaltigung habe er allerdings bestritten. Als Motiv habe er angegeben, nachdem Susanna sich bei einem Sturz im Gesicht verletzt habe, habe er befürchtet, dass das Mädchen die Polizei informieren werde. Ali B. wurde per Hubschrauber in eine Frankfurter Justizvollzugsanstalt gebracht.

B. steht im dringenden Verdacht, die am Mittwoch in Wiesbaden tot gefundene Susanna F. vergewaltigt und getötet zu haben. Bundespolizisten hatten den jungen Mann am Samstag an Bord einer Lufthansa-Maschine aus der nordirakischen Stadt Erbil zurück nach Deutschland gebracht. Die Nacht hatte er im Wiesbadener Polizeigewahrsam verbracht.

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Festnahme "in letzter Sekunde"

Ali B. hatte sich zuvor mit seiner Familie von Deutschland aus zunächst in die Türkei und dann in den Irak abgesetzt. Dort konnten ihn die kurdischen Sicherheitsbehörden am Freitagmorgen "in letzter Sekunde vorläufig festnehmen", wie Bundespolizei-Chef Dieter Romann der "Bild am Sonntag" sagte: "Der Tatverdächtige hatte vor, sich in ein Nachbarland des Irak abzusetzen."

Nach Angaben von Ermittlern vor Ort soll Ali B. die Tat in kurdischer Haft gestanden haben. Demnach sagte er aus, er und sein Opfer hätten viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt, schließlich sei es zum Streit gekommen. Das Mädchen habe gedroht, die Polizei anzurufen, was ihn zu seiner Tat getrieben habe - er habe die 14-Jährige stranguliert. Seine Mutter sagte der Deutschen Welle, dass ihr Sohn sich nicht an die Tat erinnern könne, weil er betrunken gewesen sei. Juristisch könnte das unter Umständen als verminderte Schuldfähigkeit gewertet werden.

Weiter Zeugenhinweise gesucht

In Erbil setzten kurdische Polizisten Ali B. am Samstagnachmittag in eine Lufthansa-Maschine nach Frankfurt, Beamte der Bundespolizei waren an Bord. Nach der Landung in Frankfurt am Abend führten maskierte Bundespolizisten den 20-Jährigen zu einem Hubschrauber, der ihn zur Vernehmung nach Wiesbaden brachte. Behördenchef Romann, der "Bild" zufolge selbst in der Maschine war, sagte, den "außergewöhnlichen Einsatz" von Bundespolizei und kurdischen Sicherheitsbehörden sei man "auch der Mutter des toten Kindes schuldig".

Die Kriminalpolizei in Wiesbaden bittet im Fall Susanna weiterhin um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Sie hat ein Callcenter mit mehreren Polizisten eingerichtet, das bis auf Weiteres rund um die Uhr besetzt sein soll. Gesucht werden demnach Zeugen, die am 22. und 23. Mai verdächtige Beobachtungen in Wiesbaden-Erbenheim gemacht haben, wo später Susannas Leiche gefunden wurde.

Grüne: Verfahren beschleunigen

"Ich bin froh, dass der von der deutschen Justiz gesuchte mutmaßliche Täter wieder in Deutschland ist", sagte Innenminister Horst Seehofer am Wochenende. "So kann das Ermittlungsverfahren schnell vorangetrieben werden." Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Festnahme und die Rückführung: "Das unfassbare Leid, das der Familie und dem Opfer widerfahren ist, bewegt jeden und erfasst auch mich."

Der Kriminalfall mit dem Asylbewerber als Hauptverdächtigem schlägt in Deutschland seit Tagen hohe Wellen. Grünen-Chef Robert Habeck forderte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eine zweite Instanz in Asylverfahren, um diese deutlich zu beschleunigen. Eine solche Instanz könne Grundsatzentscheidungen treffen, dann würde zwischen Asylbescheid und Urteil nicht solch eine lange Zeit vergehen. Der Fall des Tatverdächtigen B. habe eineinhalb Jahre vor Gericht gehangen, "deshalb war er noch im Land". FDP-Chef Christian Lindner forderte Aufklärung darüber, weshalb sich die Familie von B. in den Irak absetzen konnte. Der Funke-Mediengruppe sagte er: "Wir müssen wissen, wer sich als Asylbewerber in unserem Land aufhält und wer es gegebenenfalls auch verlässt."

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