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Gewalt gegen Frauen - Giffey will Frauenhäuser ausbauen

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Viele Frauen werden Opfer von Gewalt in der Beziehung. Familienministerin Giffey kündigte im ZDF deshalb den Ausbau von Frauenhäusern an. Heute will sie zudem Zahlen vorstellen.

Für die Unterstützung von Frauenhäusern gibt die Regierung ab 2019 sechs Millionen Euro aus und "im darauffolgenden Jahr über 35 Millionen", so Familienministerin Franziska Giffey.

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Frauenhäuser sind Zuflucht für Frauen, die vor Gewalt geflohen sind. Viele erduldeten zuvor über Jahre Misshandlungen. 147 Frauen wurden im vergangenen Jahr von ihren Partnern umgebracht. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) kündigte deshalb den Ausbau von Hilfseinrichtungen an. Am Vormittag will sie Erhebungen zur Partnergewalt vorstellen und sich in Berlin äußern.

Bundesmittel für Frauenhäuser

Aktuell gibt es der Ministerin zufolge 350 Frauenhäuser und 600 Fachberatungsstellen, die 30.000 Frauen im Jahr Unterstützung bieten. "Es geht natürlich um den Schutz in allererster Linie, wenn eine Frau in einer solchen Notsituation ist", sagte Giffey im ZDF. Das Ministerium habe sich fest vorgenommen, die Anzahl der Frauenhäuser mit Hilfe von Bundesmitteln auszubauen, sagte sie im ZDF-Morgenmagazin.

Ein Förderprogramm zum Ausbau der Strukturen in dem Bereich werde 2019 starten. Dann seien sechs Millionen Euro eingeplant, 2020 dann gut 35 Millionen Euro. Zudem gebe es einen Runden Tisch im Frauenministerium, damit Länder und Kommunen mehr an einem Strang ziehen, um Strukturen zu stärken und Angebote auszubauen.

Es sei davon auszugehen, dass nur 20 Prozent der Betroffenen Hilfe suchten, sagte Giffey im ZDF. Die Dunkelziffer sei enorm. Die Ministerin entgegnete Behauptungen, dass die Zuwanderung ein entscheidender Faktor bei partnerschaftlicher Gewalt sei. "Es geht durch alle gesellschaftlichen Schichten, es geht durch alle ethnischen Gruppen. Man kann das nicht so fest machen", so die Ministerin. Der überwiegende Teil der Täter sei "bio-deutsch". "Dieser leicht gemachte Vorwurf stimmt also nicht."

Frauen warten lange, bis sie Hilfe holen

Im Jahr 2017 seien rund 114.000 Frauen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt geworden, 2012 waren es noch gut 100.000. "Da stehen die Männer mit ner Axt vor der Frau", erzählt die Leiterin des Brandenburger Frauenhauses, Christel Hannemann. Problem ist auch, dass Frauen lange warteten, bis sie sich Hilfe holen, sagt Ärztin Stephanie Krüger vom Berliner Vivantes Humboldt Klinikum. "Frauen neigen dazu, Probleme unter den Teppich zu kehren, gerade auch wenn Kinder mit im Spiel sind oder eine finanzielle Abhängigkeit da ist", betont sie.

Die Steigerung im vergangenen Jahr erkläre sich vor allem dadurch, dass neue Kategorien in die Statistik aufgenommen worden seien, sagte Giffey: "Also Nötigung, Zuhälterei, Zwangsprostitution."

Die Frauenministerin verwies auf das Hilfe-Telefon "Gewalt gegen Frauen", das kostenlos, zu jeder Zeit und in verschiedenen Sprachen unter 08000 116 016 zu erreichen sei. Auch männliche Opfer von partnerschaftlicher Gewalt, die zwar nur einen geringen Anteil ausmachten, könnten sich dort melden und würden weitervermittelt.

Jede vierte Deutsche erfährt in ihrem Leben mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner. Frauenhäuser stoßen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.

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