"Noch eine ganze Menge zu tun"

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Bundesfrauenministerin Giffey - "Noch eine ganze Menge zu tun"

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Gleiche Rechte, gleiche Chancen? Am Internationalen Frauentag spricht Ministerin Giffey im ZDF darüber, was bei der Gleichstellung von Männern und Frauen noch zu tun ist.

Frauentag - ein Grund zum Feiern? Berlin hat sich entschieden und als erstes Bundesland überhaupt diesen Feiertag eingeführt. Für Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, "ein ganz starkes Signal aus der Bundeshauptstadt". "Wir wollen anerkennen, was Frauen geschafft haben, was sie jeden einzelnen Tag leisten in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft. Aber wir wollen auch darauf aufmerksam machen, was es noch zu tun gibt. Und das ist eine ganze Menge," sagt Giffey (SPD) im ZDF-Mittagsmagazin.

Eine zentrale Frage: die Lohn- und Rentenlücke. Frauen verdienen nicht nur weniger als Männer, auch die Rentenlücke ist mit 53 Prozent besonders groß. Giffey sieht hier ein strukturelles Problem: Frauen arbeiteten häufiger in sozialen Berufen, die schlechter bezahlt würden. Um einen größeren Einkommensverlust zu vermeiden, würden Frauen dann eher zuhause bleiben, wenn es um die Betreuung kleiner Kinder gehe.

Infografik: Durchscnittlicher Stundenlohn nach Beruf
Durchschnittlicher Stundenlohn nach Beruf
Quelle: ZDF

Bessere Kinderbetreuung und mehr Geld

Wir haben immer noch Frauen in Deutschland, die sich fragen: Kann ich mir das leisten, mein Kind in die Kita zu geben?
Franziska Giffey, Bundesfrauenministerin

Für eine bessere Betreuung habe sie das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz" auf den Weg gebracht. Dabei gehe es um Vereinbarkeit, gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Entlastung der Eltern bei den Gebühren. "Wir haben immer noch Frauen in Deutschland, die sich fragen: Kann ich mir das leisten, mein Kind in die Kita zu geben? Ich will doch nicht nur für die Kitagebühren arbeiten", sagt Giffey. Auch für Geringverdienerinnen müsse mehr getan werden.

Dass Frauen sich eher für die Familie entscheiden würden, als für eine verantwortungsvolle berufliche Position - diese Behauptung weist Franziska Giffey entschieden zurück. Das Argument, Frauen wollten eben nicht, dürfe man nicht gelten lassen, sagt sie. "Denn es gibt sehr sehr viele hochqualifizierte Frauen, die sehr wohl wollen, die aber einfach an ihre Grenzen kommen, wenn es darum geht, wie lange hat denn die Kita eigentlich auf?"

Gesellschaftlicher Wandel

Dabei sei ein zunehmender gesellschaftlicher Wandel festzustellen: "Wir erleben, dass zunehmend Männer sagen: Wir wollen, dass beides geht: Partnerschaftlich erziehen und Beruf und Familie vereinbaren - und im Übrigen auch Pflege und Beruf vereinbaren." Es gebe immer mehr Väter, die auch Verantwortung in der Erziehung der kleinen Kinder übernehmen.

Auch bei der Rente müssten Unterschiede angeglichen werden, sagt Giffey. Von dem Konzept der Grundrente würden über 75 Prozent Frauen profitieren. "Und deshalb werden wir als SPD auch sehr dafür arbeiten, dass sowohl die Lohnlücke als auch die Rentenlücke reduziert wird und dass wir es zu einer wirklichen Gleichberechtigung auch schaffen."

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