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Silvester-Effekt: Dicke Luft zum neuen Jahr

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Feinstaubwerte weiter hoch - Silvester-Effekt: Dicke Luft zum neuen Jahr

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Auch am zweiten Januar ist die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk hoch. Wo die Luft am schmutzigsten ist - und warum.

4.200 Tonnen Feinstaub entstehen im Jahr in Deutschland durch Feuerwerk. Das meiste davon an Silvester und in den Großstädten. Wie sich der Feinstaub verteilt und wohin er zieht, hängt vom Wetter ab.

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1. Wo war die Feinstaubbelastung am größten?

Nach den vorläufigen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) wurde der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft vor allem im Ruhrgebiet erneut überschritten. Am Donnerstagvormittag lagen die Feinstaubwerte in Essen und Dortmund, berechnet nach gleitenden Mittelwerten, weiter über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - also mehr als doppelt so hoch wie der Tagesgrenzwert. Schlechte Luft gab es auch im Rhein-Main-Gebiet, in Saarbrücken und in einigen bayerischen Städten.

2. Was hat die Wetterlage damit zu tun?

Grund für die anhaltend hohen Werte sei eine Inversionswetterlage, berichtet das UBA. Dabei seien die oberen Luftschichten wärmer als die unteren. Die Luft durchmische sich kaum und auch Feinstaub sitze wie unter einem Topfdeckel fest. 2015 und 2016 habe es an Silvester ähnliche Wetterlagen gegeben. Die Inversion könnte auch erklären, warum die Feinstaubwerte in der Silvesternacht in vielen Städten zunächst weiter anstiegen statt nach dem Ende des mitternächtlichen Feuerwerks wieder herunterzugehen.

3. Ist der Umweltschaden durch diese Wetterlage höher als sonst?

Nein, der schädliche Dreck durch die Böllerei sei vermutlich immer ähnlich groß, heißt es aus dem UBA. Je nach Wetterlage und Windstärke verteile er sich nur jedes Jahr anders. Dieses Jahr kam zu den Raketen regional Windstille: So hat beispielsweise in Stuttgart die Kombination aus Wetterlage und Feuerwerk zu vielen Einsätzen der Feuerwehr wegen Fehlalarmen von Brandmeldern geführt. Qualm und Rauch seien nicht nach oben abgezogen, sondern hätten sich am Boden gestaut, erklärte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle.

Silvesterböller
Start aus der Hand: Die häufigste Feuerwerks-Verletzungen sind abgetrennte Finger und Verbrennungen an den Händen.
Quelle: dpa

4. Wie hoch ist die Gefahr für die Gesundheit nach der Böllerei?

Ernste Gesundheitsgefahren durch Feinstaub allein in der Silvesternacht sieht das UBA kaum. Verletzungen durch Raketen und Schäden durch Brände wiegen im Vergleich dazu vermutlich deutlich schwerer. Abgetrennte Finger, Verbrennungen und Brüche sind die häufigsten Verletzungen an den Händen durch Feuerwerkskörper, so die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. In Großstadtkrankenhäusern werden in der Silvesternacht laut den Fachgesellschaften jedes Jahr rund 50 bis 60 Fälle mit schweren Handverletzungen gezählt.

5. Wie viel Tonnen Feinstaub entstehen durch Silvesterfeuerwerk?

Das Umweltbundesamt (UBA) rechnete in einer Broschüre damit, dass pro Jahr rund 4.200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerk ausgestoßen werden, der größte Teil davon in der Silvesternacht. Diese Menge entspricht etwa zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. Die Feuerwerksindustrie kritisierte diese Berechnung kürzlich als zu hoch und verwies auf eigene Messungen beim Abbrennen von Feuerwerk. Die Ergebnisse wolle man im Januar zunächst dem UBA und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen, so der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI).

Archiv: Müll nach Silvester in Hannover am 01.01.2019
Müll nach Silvester: Die Feinstaubbelastung ist bei weitem nicht der einzige Umweltschaden.
Quelle: DPA

6. Warum sind Feuerwerke schädlich für die Umwelt?

1. Feinstaub: Wie jedes Jahr warnt das Umweltbundesamt vor Rekord-Feinstaubwerten zum Jahreswechsel. "Da sprechen wir über Werte, die 1.000 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten können", sagte Meteorologin Ute Dauert vom Umweltbundesamt. Der Feinstaub an Silvester entspreche fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge - in einer einzigen Nacht.

2. Müll: Silvesterböller verursachen tonnenweise Müll. Allein in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main wurden laut dem Verband kommunaler Unternehmen zum Jahreswechsel 2017 rund 191 Tonnen Silvesterabfall produziert.

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