Wie wählt Großbritannien?

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Fragen und Antworten - Wie wählt Großbritannien?

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Heute wählen die Briten ein neues Parlament. Wie das britische Wahlsystem funktioniert und was bei dieser Wahl besonders ist: Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Großbritannien-Wahllokal.
Parlamentswahl in Großbritannien: Geht Johnsons Plan auf?
Quelle: dpa

Mitten im Brexit-Chaos wählt Großbritannien ein neues Parlament. Premierminister Boris Johnson hatte lange für diese vorgezogene Neuwahl gekämpft. Er will damit die Mehrheitsverhältnisse im Unterhaus zu seinen Gunsten verbessern. Die Wahllokale öffnen um 7 Uhr (8 Uhr MEZ) und schließen um 22 Uhr (23 Uhr MEZ). Es werden insgesamt 650 Abgeordnete für das britische Unterhaus gewählt.

Wann sind Wahlergebnisse zu erwarten?

Die ersten Hochrechnungen wird es geben, wenn die Wahllokale in Großbritannien schließen, also gegen 22 Uhr (23 Uhr MEZ). Im Laufe der Nacht werden dann die Stimmen ausgezählt und somit die Hochrechnungen immer wieder entsprechend angepasst. Ergebnisse aus wichtigen Wahlkreisen werden zwischen 2 und 3 Uhr nachts erwartet. Das amtliche Wahlergebnis wird es wohl erst am Freitag geben.

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Wer darf wählen?

Bei der Parlamentswahl ist jeder wahlberechtigt, der mindestens 18 Jahre alt ist, die britische Staatsbürgerschaft besitzt, und für die Wahl registriert ist. Auch Menschen aus anderen Commonwealth-Staaten und der Republik Irland dürfen – wenn sie für die Wahl als Bürger Großbritanniens gelten – teilnehmen. Wahlberechtigt sind in dieser Wahl rund 46 Millionen Menschen.

Wie funktioniert die Wahl in Großbritannien?

In Großbritannien herrscht das sogenannte "First-past-the-post"-System für Parlamentswahlen. Unter diesem Wahlsystem gewinnt immer der Kandidat, der die meisten Stimmen erhält, auch wenn er damit weniger als die Hälfte aller Stimmen erreicht hat. So werden die Abgeordneten in jedem Wahlbezirk gewählt.

Wer formt die Regierung?

In der Regel bildet die Partei die Regierung, die mehr als die Hälfte der Abgeordneten stellt (326 Sitze). Durch das "First-past-the-post"-Wahlsystem ist es nicht ausschlaggebend, wie viel Prozent der Stimmen eine Partei landesweit erhält. Es zählt nur die Anzahl der Abgeordneten und somit kann auch eine Partei mit weniger als 50 Prozent der Stimmen zur Regierungspartei werden.

Unterhaus
650 Abgeordnete für das Unterhaus werden am Donnerstag in Großbritannien gewählt.
Quelle: ap

Gibt es Regierungskoalitionen in Großbritannien?

Wenn keine Partei die Hälfte oder mehr als die Hälfte aller Sitze im Unterhaus erreicht, kann die Partei mit den meisten Sitzen eine Koalition oder eine Kooperation mit einer anderen Partei beschließen. So war es zuletzt im britischen Unterhaus: Die Tories waren auf die Stimmen der nordirischen DUP angewiesen. Doch die DUP stimmte nicht immer im Interesse der Tories.

Wie wird der Premierminister gewählt?

Der Spitzenkandidat der Partei mit den meisten Abgeordneten wird von seiner Partei als Premierminister bestimmt. Er oder sie geht zur Queen und bittet um Erlaubnis, eine Regierung zu formen. Die Queen erteilt diese Erlaubnis in aller Regel und ernennt ihn oder sie zum Premierminister oder zur Premierministerin.  

Was bedeutet "tactical voting"?

Bei dieser Wahl ist "tactical voting" (taktisches Wählen) ein großes Thema. Einige Parteien haben taktische Koalitionen geschlossen, um ein bestimmtes Interesse durchzusetzen. So hat zum Beispiel die Brexit Party angekündigt, nicht in Wahlbezirken anzutreten, in denen die Tories eine hohe Gewinnchance haben. Anderswo haben sich Parteien darauf geeinigt, nur einen Kandidaten aus ihren Reihen antreten zu lassen. Ziel des Ganzen ist es, die Stimmen nicht zu sehr zu teilen. Damit sollen Mehrheiten für bestimmte Interessen garantiert werden, zum Beispiel für oder gegen den Brexit.

Was ist besonders an dieser Wahl?

Zum ersten Mal seit 1923 findet eine Parlamentswahl in Großbritannien im Winter statt. Das könnte Auswirkungen auf das Wahlergebnis haben. Zum einen ist da natürlich das Wetter: Im Winter ist es kalt, oft nass, und früh dunkel. Manche Wähler könnten da weniger motiviert sein, sich auf den Weg zum Wahllokal zu machen. Bei der letzten Parlamentswahl im Juni 2017 hatten 69 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Ein anderer wichtiger Aspekt sind die Studierenden: Die Wahl findet nun ausnahmsweise während der Vorlesungszeit statt, sodass viele Studierende in ihrer Universitätsstadt und nicht in ihrer Heimat wählen werden. So könnten die Ergebnisse in einigen Wahlbezirken stark beeinflusst werden.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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