ZDFheute

Brexit-Partei erhöht den Druck auf Boris Johnson

Sie sind hier:

"Gib' den Deal auf!" - Brexit-Partei erhöht den Druck auf Boris Johnson

Datum:

Brexit-Hardliner Nigel Farage ist nicht zufrieden mit dem ausgehandelten Brexit-Abkommen mit der EU. Auch Donald Trump stimmt in die Kritik am Deal von Boris Johnson ein.

Nigel Farage
Nigel Farage verlangt von Boris Johnson eine Veränderung des Brexit-Abkommens.
Quelle: reuters

Knapp sechs Wochen vor der Neuwahl in Großbritannien hat der Chef der Brexit-Partei und radikale Brexit-Befürworter Nigel Farage den Druck auf Premierminister Boris Johnson deutlich erhöht. Er verlangt die Aufgabe des von Premierminister Boris Johnson mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommens. Der Vertrag binde Großbritannien weiter an die EU und zwinge es zu jahrelangen Verhandlungen über das künftige Verhältnis, sagte Farage am Freitag.

Es ist ein schlechter, alter Vertrag und es ist einfach kein Brexit.
Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei

Falls der Premier den Vertrag nicht aufkündige, werde seine Brexit-Partei am 12. Dezember in jedem Wahlkreis des Landes gegen Johnsons Konservative antreten. "Boris sagt uns, das sei ein großartiger neuer Deal. Das ist es nicht", kritisierte Farage. "Es ist ein schlechter, alter Vertrag und es ist einfach kein Brexit."

Regierungschef Johnson hat derzeit keine Mehrheit im Unterhaus und muss ebenfalls bei jeder Abstimmung um jede Stimme kämpfen. Mit der Neuwahl will er den festgefahrenen Brexit-Streit lösen. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wurde auf spätestens Ende Januar verschoben.

Wir haben kein Interesse, irgendeinen Pakt mit der Brexit-Partei oder irgendjemand anderem zu schließen.
Boris Johnsons, Premierminister

Farage sagte, falls Johnson den Vertrag über Bord werfe, biete ihm die Brexit-Partei einen "Nichtangriffspakt" an. Sie werde dann in vielen Wahlkreisen nicht antreten, in denen sie mit den Konservativen um die Stimmen von Brexit-Befürwortern konkurriert. Eine solche Allianz werde Johnson eine gewaltige Mehrheit verschaffen.

Doch Johnson hat ein Wahlbündnis bereits ausgeschlossen. Die Regierung setze auf Sieg, sagte sein Minister für Kommunalverwaltung, Robert Jenrick. "Wir haben kein Interesse, irgendeinen Pakt mit der Brexit-Partei oder irgendjemand anderem zu schließen", sagte er.

Auch Trump kritisiert den Deal - und warnt vor Labour-Chef Corbyn

Zu einer Wahlabsprache zwischen Konservativen und Brexit-Partei hat auch US-Präsident Donald Trump geraten. Gemeinsam seien sie eine "unaufhaltbare Kraft". Ein Wahlsieg von Labour-Chef Jeremy Corbyn wäre "sehr schlecht" für Großbritannien. Corbyn warf Trump sofort Einmischung in den Wahlkampf vor. Zudem kritisierte Trump Johnsons Brexit-Vertrag. Bestimmte Aspekte darin machten ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien unmöglich, sagte er.

Die britische Regierung wies die Kritik zurück. Mit diesem Abkommen werde Großbritannien "rund um die Welt eigene Freihandelsabkommen" abschließen können, erklärte ein Sprecher Johnsons in der Nacht zum Freitag. Dies werde "für jeden Teil des Vereinigten Königreichs von Vorteil sein". Großbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.