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Prozess in Berlin - Fast drei Jahre Haft für U-Bahn-Treter

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Das Landgericht Berlin hat den Berliner U-Bahn-Treter zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt. Er hatte eine Studentin mit einem wuchtigen Tritt eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße hinuntergestoßen.

Das Landgericht Berlin sprach den 28-Jährigen am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert, während die Verteidigung des 28-Jährigen auf eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren plädiert hatte.

Gutachter: Angeklagter vermindert schuldfähig

Ein Gutachter hatte den Angeklagten als vermindert schuldfähig eingestuft - wegen einer hirnorganischen Störung nach einem Autounfall sowie wegen Missbrauchs von Alkohol und Drogen. Bei S. soll demnach eine krankhafte seelische Störung vorliegen. "Die Aussagen des Sachverständigen waren insoweit verständlich, dass man hier von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit auszugehen hat", befand die Anklage. Allerdings gehe mit der Tat "ganz stark eine Einschränkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung einher".

Die Nebenklage verzichtete auf einen Strafantrag. Der Angeklagte entschuldigte sich zum Abschluss unter Tränen. "Ich weiß nicht, wie so etwas passiert ist", sagte er.

Angeklagter gab an, sich nicht erinnern zu können

Der in Bulgarien aufgewachsene Mann hatte in der Nacht zum 27. Oktober 2016 im U-Bahnhof Hermannstraße einer Passantin in den Rücken getreten, so dass sie eine Treppe hinunter stürzte. Er wurde deswegen der gefährlichen Körperverletzung angeklagt sowie in zwei anderen Fällen exhibitionistischer Handlungen. Zum Prozessauftakt räumte S. ein, der Mann auf den von der Polizei veröffentlichten Überwachungsbildern zu sein. Er könne sich aber nicht an die Tat erinnern.

Die zum Zeitpunkt der Tat 26-jährige Frau brach sich einen Arm und erlitt eine Platzwunde am Kopf. Im Prozess hatte sie ausgesagt, sie habe monatelang unter dem Geschehen gelitten. In der ersten Zeit habe sie den Kontakt zur Außenwelt gemieden. Die zu Fahndungszwecken veröffentlichten Bilder von dem Angriff machten den Fall bundesweit bekannt. Nach dem Angriff war der Angreifer zunächst geflüchtet, wurde aber kurz vor Weihnachten in Berlin festgenommen, als er mit einem Bus aus Frankreich ankam.

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