Die fetten Tage sind vorbei

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Start der Fastenzeit - Die fetten Tage sind vorbei

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Nach Karneval kommt das Fasten. Wieder wollen viele Menschen auf Alkohol, Süßigkeiten, Zigaretten und Fernsehen verzichten. Für Umweltbewusste gibt es das Klimafasten.

Hand greift nach einer Praline
67% der Deutschen verzichten in der Fastenzeit auf Süßes.
Quelle: dpa

Die Umzüge sind gerollt, die Jecken und Narren haben gefeiert, der Karneval ist vorbei. Heute beginnt für viele praktizierende Christen und nichtgläubige Menschen die Fastenzeit. Diese dauert im Katholizismus traditionell 40 Tage, von Aschermittwoch bis Karsamstag. Die Sonntage werden nicht eingerechnet. Die Dauer der Fastenzeit leitet sich von den 40 Tagen ab, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte. Er reflektierte über seinen Glauben, was auch viele Christen in der heutigen Fastenzeit tun. Durch die Periode der Buße und Besinnung bereiten sich Christen auf den wichtigsten Termin des Kirchenjahres vor: Die Feier zum Tod und zur Wiederauferstehung von Jesus Christus. Nichtgläubige hingegen fasten oft auch, um zu entspannen und abzunehmen.

Auch in der evangelischen Kirche gibt es unterschiedliche Aktionen zum Thema, allen voran "7 Wochen Ohne". Diese organisiert die Kirche bereits seit mehr als 30 Jahren. Inzwischen beteiligen sich jedes Jahr bis zu drei Millionen Menschen. In dieser Fastenzeit steht die Aktion unter dem Motto "Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen“. Der Geschäftsführer von "7 Wochen Ohne", Arnd Brummer, sagte dazu: "Wir werden versuchen, uns selbst nicht zu belügen und mit anderen ehrlich zu sein. Wir sollten auch darüber nachdenken, wann man für die Wahrheit streiten muss".

Dauerbrenner und Klimafasten

In Deutschland sehen viele die Fastenzeit in einem positiven Licht. Laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit finden es 63 Prozent der Befragten sinnvoll, für mehrere Wochen auf bestimmte Genussmittel und Konsumgüter zu verzichten. Vor acht Jahren dachten das nur 53 Prozent. Am fleißigsten fasten die Menschen in Baden-Württemberg und Bayern. Hier gab etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie bereits mehrere Male gefastet hätten. Die Klassiker des Verzichts stehen auch dieses Jahr wieder hoch im Kurs: 73 Prozent der Menschen wollen in den 40 Tagen keinen Alkohol trinken, 67 Prozent schwören Süßigkeiten ab. Knapp 40 Prozent der Menschen wollen kein Fernsehen schauen oder das Rauchen sein lassen. Auf digitalen Detox geht fast jeder Vierte und lässt seinen Computer oder sein Handy für längere Zeit ruhen. Dies fand das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer Umfrage heraus.

Fasten kann aber nicht nur dem Einzelnen, sondern auch der Umwelt guttun. Schon im letzten Jahr brachten die deutschen Bischöfe das Fasten mit Kilmawandel und Umweltschutz in Verbindung. Sie riefen dazu auf, die kirchliche Tradition in Bezug auf Ökologie und Entwicklung neu zu entdecken. Eine Möglichkeit für alle Umweltbewussten: das Klimafasten. Jeder fünfte Deutsche will zum Beispiel in den nächsten Wochen sein Auto stehen lassen. Andere kaufen keine neue Kleidung oder verzichten auf Plastik. Von der evangelischen und katholischen Kirche gibt es eine Art Leitfaden zum Klimafasten, der Tipps verrät, wie Fastende jede Woche umweltbewusster leben können.

Fasten in anderen Religionen

In so gut wie jeder Weltreligion ist das Fasten ein etablierter religiöser Brauch. Im Islam gibt es den bekannten Fastenmonat Ramadan. Am hinduistischen Feiertag Nyepi, dem "Tag der Stille", wird auf der Urlaubsinsel Bali besonders streng gefastet. Gläubige Hindus verlassen ihr Haus an diesem Tag nicht, schweigen, essen nichts und benutzen kein Licht. Letztes Jahr stellten Mobilfunkbetreiber auf Bali sogar das mobile Internet ab. Im Judentum wird der Fast- und Ruhetag Jom Kippur auch von nichtgläubigen Juden eingehalten. Neben Essen und Trinken sind an diesem Tag Körperhygiene, sexuelle Kontakte und Luxusgüter, wie etwa Lederschuhe, verboten.

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